Die Bedeutung des Blutgehaltes der Netz- und Aderhaut für die Lähmungszeit des Elektroretinogramms beim Kaninchen

  • Wolfgang Papst
  • Karsten Echte
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Zusammenfassung

Beim Kaninchen wird die Lähmungszeit des Elektroretinogramms nach intraocularer Druckerhöhung und nach Stickstoffbeatmung bestimmt. Die Versuche ergeben, daß die Lähmungszeit nicht nur von der Ischämie und Anoxie, sondern auch vom Blutzuckerspiegel und der Belichtungsfolge abhängig ist. So wird die Lähmungszeit durch Hyperglykämie verlängert und durch Hypoglykämie verkürzt. Im Vergleich zur Einzelbelichtung wird sie durch intermittierende Lichtreize reduziert.

Für den Unterschied der Lähmungszeit nach intraocularer Druckerhöhung und Stickstoffbeatmung wird der verschieden große Blutgehalt der Netz- und Aderhaut beider Versuche angesehen. Hierbei besitzt die Aderhaut durch ihren Gefäßreichtum den prozentual größten Vorrat an energieliefernden Substanzen, während die Energiereserven des Gewebes nur eine untergeordnete Rolle spielen dürften. Sie werden im wesentlichen gebildet durch die Nährfunktion des Blutes (Glucose) und in geringem Maße durch die im Gewebe liegenden Erythrocyten. Der Energieumsatz wird außerdem von der Reizfolge beeinflußt, wofür die Differenz der Lähmungszeit bei Einzel- und intermittierender Belichtung spricht.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1961

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Papst
    • 1
  • Karsten Echte
    • 1
  1. 1.Universitäts-Augenklinik Hamburg-EppendorfHamburg-Eppendorf

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