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Der Einfluß verschiedener Reizparameter auf Überlebens- und Erholungszeit des ERG

  • J. Böck
  • H. Bornschein
  • K. Hommer
Article

Zusammenfassung

Bei zehn Kaninchen in Urethannarkose wird vor, während und nach einer totalen intraoculären Druckischämie von 2–15 min Dauer (32 Versuche) das ERG beider Augen registriert. Gereizt wird mit Doppelblitzen (50 msec Dauer, 0,5 sec Intervall), deren Intensität ebenso getrennt variiert werden kann wie der Adaptationszustand (Grundbeleuchtung) beider Augen. Während der Ischämie nimmt die Amplitude der b-Welle stetig ab, wobei die Zeit, nach welcher der Amplitudenhalbwert erreicht wird, als Maß für die Geschwindigkeit der Abnahme und damit für die Überlebenszeit gelten kann. Die Halbwertszeit der Zweitantworten ist signifikant kürzer als jene der Erstantworten. Durch Maximalreize sowie durch Helladaptation wird dagegen die Halbwertszeit verlängert. Die Geschwindigkeit der Erholung nach temporärer Druckischämie kann in analoger Weise durch die Zeit ausgedrückt werden, nach welcher der Halbwert der ursprünglichen Amplitude wieder erreicht wird. Überraschenderweise ist auch diese Halbwertszeit bei der Zweitantwort signifikant kürzer als bei der Erstantwort. Durch Helladaptation kann die Halbwertszeit der Erholung ebenfalls signifikant verkürzt werden. Während das ERG in der Ischämiephase knapp vor dem Verschwinden deutlich verlangsamt ist, zeigt es in der Erholungsphase bei gleicher Amplitudenreduktion einen auffallend raschen Verlauf. Diese Ergebnisse sprechen dafür, daß der retinale Stoffwechsel bei Helladaptation herabgestzt ist bzw. daß die photopischen ERG-Komponenten ischämieresistenter sind. Die Diskrepanzen des ERG in der Ischämie- und Erholungsphase werden mit dem komplexen Charakter der ischämischen Anoxie erklärt.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag 1963

Authors and Affiliations

  • J. Böck
    • 1
    • 2
  • H. Bornschein
    • 1
    • 2
  • K. Hommer
    • 1
    • 2
  1. 1.Physiologischen Institut der Universität WienWienÖsterreech
  2. 2.II. Augen-Klinik der Universität WienWienÖsterreech

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