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Archiv für Gynäkologie

, Volume 203, Issue 1, pp 45–56 | Cite as

Erwägungen über die Pathogenese der Endometritis tuberculosa

1011 Fälle mit Genitaltuberkulose
  • F. Nogales
  • H. Martinez
  • M. Beato
Article

Schlußfolgerungen

  1. 1.

    Unter 1011 Fällen von Genitaltuberkulose waren 70 Endometrien mit tuberkulöser Infektion, die in den ersten Cyclustagen entnommen wurden.

     

Die geringe Zahl an Endometriumstuberkulosefällen in den ersten Cyclustagen ist dem Umstand zuzuschreiben, daß der weitaus größte Teil unseres Materials aus der Sterilitätsklinik stammt. Bei diesen Frauen wird die Probebiopsie in der zweiten Cyclushälfte vorgenommen.

  1. 2.

    Bei 43 Fällen, bei denen das Endometrium dem 1. bis 4. Cyclustag entsprach, fanden wir stets sekretorisch umgewandelte, mit alten Tuberkeln durchsetzte Schleimhaut.

     

Bei der Hälfte der 27 Fälle, die Endometrien entsprachen, die vom 5.Cyclus entnommen wurden, tragen wir proliferierende, mit alten Tuberkeln durchsetzte Schleimhaut an. Bei der anderen Hälfte fanden sich die Tuberkel in verschiedenen Entwicklungsstufen; alte Tuberkel wechselten mit jungen Formen ab.

  1. 3.

    Da der Tuberkel etwa 15 Tage braucht, um all seine Elemente zu entwickeln, ist nicht zu verstehen — wenn die Hypothese vonDelarue u. Mitarb. stimmt-, wie der vollendete Tuberkel sich in einer Schleimhaut entwickeln kann, die zwischen dem. 5. und 10. Cyclustag gewonnen wurde.

     
  2. 4.

    Unsere Untersuchungen über die Regeneration des Endometriums führten zu der Auffassung, daß das Endometrium die Funktionalis während der Menstrualnekrose nicht gänzlich abstößt oder zerstört, sondern daß weite Zonen bestehenbleiben, in denen sich die Regeneration vollzieht.

     
  3. 5.

    Bei 20% der Endometrien, die dem chirurgischen Material angehörten, war die Basalis tuberkulös infiziert.

     
  4. 6.

    Die Tuberkuloseinfektion des Endometriums ist zum Teil der Infektion zuzuschreiben, die vorher in dem nicht abgestoßenen Endometrium bestand, und zum Teil der Reinfektion durch das infektiöse Sekret, das auf dem intracanaliculären Weg aus den Tuben kommt.

     

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Copyright information

© J. F. Bergmann 1966

Authors and Affiliations

  • F. Nogales
    • 1
  • H. Martinez
    • 1
  • M. Beato
    • 1
  1. 1.II. Universitäts-Frauenklinik MadridMadrid

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