Advertisement

Das subdurale Hämatom als Todesursache nach Boxkampf

  • Norbert Müller
Article

Zusammenfassung

Es wird über einen Todesfall nach Boxkampf berichtet. Die Todesursache bildeten kleine, nur mikroskopisch sichtbare Erweichungsherde in den Stammganglien, im Zwischen- und Mittelhirn. Ein kleines subdurales Hämatom, ein mikroskopisch kleiner Rindenprellungsherd und eine geringe Volumenvermehrung des Gehirns werden als weniger bedeutende Nebenbefunde aufgefaßt.

Zahlreiche, in der Literatur beschriebene Boxtodesfälle, in denen ein subdurales Hämatom als Todesursache angegeben worden ist, werden kritisch besprochen. Es wird betont, daß in mehreren dieser Fälle der mitgeteilte Befund des subduralen Hämatoms zur Erklärng des Todesallein nicht ausreicht. Daher wird gefordert, in jedem Falle auch eine ausgedehnte histologische Untersuchung des Gehirns, insbesondere des Hirnstammes vorzunehmen, auch dann, wenn makroskopisch am Gehirn krankhafte Veränderungen nicht zu erkennen sind.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Bannwarth, A.: Das chronische cystische Hydrom der Dura in seinen Beziehungen zum sog. chronischen traumatischen subduralen Hämatom und zur Pachymeningitis haemorrhagica im Lichte der Relationspathologie. Stuttgart: Georg Thieme 1949.Google Scholar
  2. Döring, G.: Hirntrauma und Spätvorgänge an der Hirnsubstanz (Spätblutung, -erweichung und-ödem). Mschr. Unfallheilk.55, 134 (1952).Google Scholar
  3. Felc, W.: Zwei neue Todesfälle im Boxkampf. Czasop. sad.-lek.2, 121 (1939) (polnisch). Ref. Dtsch. Z. gerichtl. Med.32, 51 (1939).Google Scholar
  4. Foerster, A.: Plötzlicher Tod beim Boxkampf. Mschr. Unfallheilk.39, 441 (1932).Google Scholar
  5. Fraenkel, P.: Tod im Boxkampf. Dtsch. Z. gerichtl. Med.1, 481 (1922).Google Scholar
  6. Hanke, H.: Das subdurale Hämatom. Berlin: Springer 1939.Google Scholar
  7. Horowitz, D.: Verletzungen und Todesfälle beim Boxen und ihre gerichtsärztliche Begutachtung. Pam. Wileńskiego Tow. Lek.9, 1 (1933) (polnisch). Ref. Dtsch. Z. gerichtl. Med.22, 82 (1933).Google Scholar
  8. Jokl, E.: Syncope in athletes. Manpower5/6, 1 (1947).Google Scholar
  9. Kappis, M.: Über die tödlichen Kopfverletzungen beim Boxkampf. Zbl. Chir.1938, 934.Google Scholar
  10. Kohlrausch, W.: Boxunfälle mit tödlichem Ausgang. Arch. f. klin. Chir.118, 902 (1921).Google Scholar
  11. Krayenbühl, H., u.G. G. Noto: Das intrakranielle subdurale Hämatom. Bern: Hans Huber 1949.Google Scholar
  12. Krefft, F.: Über Todesfälle beim Boxen. Dtsch. Gesundheitswesen1952, 1559.Google Scholar
  13. Link, K. H.: Traumatische sub- und intradurale Blutung — Pachymeningitis haemorrhagica. Jena: Gustav Fischer 1945.Google Scholar
  14. Malet, J., u.J. Medoc: Über einen Todesfall durch multiple Erweichungsherde, die das Bild einer posttraumatischen Encephalitis vortäuschten. Ref. Zbl. Neur.61, 793 (1932).Google Scholar
  15. Munck, W.: Zwei Todesfälle beim Boxen. Ugeskr. Laeg.1923, 848 (dänisch).Google Scholar
  16. Neubürger, K.: Über zentrale traumatische Hirnerweichung und verwandte Prozesse. Dtsch. Z. gerichtl. Med.14, 583 (1930).Google Scholar
  17. Osterchrist, W.: Das pathophysiologische und klinische Problem der stumpfen Schädeltraumen. Sammlung zwangl. Abh. a. d. Gebiete der Chirurgie, H. 4. Halle (Saale): Carl Marhold 1952.Google Scholar
  18. Pampus, F., u. N.Müller: In Vorbereitung.Google Scholar
  19. Peters, G.: Spezielle Pathologie der Krankheiten des zentralen und peripheren Nervensystems. Stuttgart: Georg Thieme 1951.Google Scholar
  20. —: Die Paehymeningitis haemorrhagica interna, das intradurale Hämatom und das chronische subdurale Hämatom. Fortschr. Neur.19, 485 (1951).Google Scholar
  21. Popielski, B.: Todesfälle beim Boxen. Polska Gaz. lek.16, 293 (1934) (polnisch). Ref. Dtsch. Z. gerichtl. Med.23, 286 (1934).Google Scholar
  22. Rozmari, A.: Tod beim Boxen. Čas. lék. česk.63, 1693 (1924) (tschechisch). Ref. Dtsch. Z. gerichtl. Med.5, 448 (1925).Google Scholar
  23. Scheid, W.: Die Zirkulationsstörungen des Gehirns und seiner Häute. In Handbuch der inneren Medizin, 4. Aufl., Bd. 5/III, S. I. Berlin-Göttingen-Heidelberg: Springer 1953.Google Scholar
  24. Stille, G.: Todesfälle durch Boxschlag. Inaug.-Diss. Hamburg 1939.Google Scholar
  25. Weimann, W.: Zum Tod im Boxkampf. Dtsch. Z. gerichtl. Med.16, 341 (1931).Google Scholar
  26. Wolff, K.: Boxsport und Boxverletzungen. Eine kritische Studie unter Mitteilungen eigener Beobachtungen. Dtsch. Z. Chir.208, 379 (1928).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 1956

Authors and Affiliations

  • Norbert Müller
    • 1
  1. 1.Institut für Neuropathologie der Universität Bonn und dem Rheinischen HirnforschungsinstitutDeutschland

Personalised recommendations