Zeitschrift für vergleichende Physiologie

, Volume 26, Issue 2, pp 242–252 | Cite as

Untersuchungen der Fledermaus-Atmung

  • E. Freiherr von Saalfeld
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Ruhende warme Tiere zeigen vorwiegend Zwerchfellatmung. In tiefem Winterschlaf tritt Brustatmung auf, die ebenso während des Fluges vorzuherrschen scheint.

     
  2. 2.

    Die bisherigen Beobachtungen sprechen dafür, daß während des Fluges die Atmung dem Rhythmus der Flügelbewegungen folgt. Exspiration fällt mit dem Niederschlagen, Inspiration mit dem Vorwärtsund Aufwärtsführen der Flügel zusammen.

     
  3. 3.

    Während der langen Atempausen im Winterschlaf findet eine geringe Ventilierung der Lungen vermittels des Herzschlages statt.

     
  4. 4.

    Die Körpertemperatur des ruhenden wachen Tieres steht in gewisser Abhängigkeit zur Außentemperatur. Bei den sich nicht in Winterschlaf befindenden Tieren läßt sich dabei keine feste Beziehung zur Atemfrequenz finden.

     
  5. 5.

    Im Versuch mit Narkose zeigt sich deutlich die Veränderung der Atmung bei Erwärmung: Atem- und Herzfrequenz nehmen zu, die Atemzugstiefe bleibt gleich oder nimmt etwas ab. Das Minutenvolumen wird vergrößert.

     
  6. 6.

    Wärmeregulatorisch scheint der Atmung bei der ruhenden Fledermaus keine besondere Rolle zuzukommen. Hachein ist nicht nachzuweisen. Wahrscheinlich aber hat die Atmung während des Fluges stärkeren Anteil an der Abkühlung des Körpers.

     
  7. 7.

    Vagusdurchschneidung führt zu Verlangsamung der Frequenz bei gleichzeitiger Vertiefung der Atemzüge. Mit schwacher oder starker faradischer Reizung des zentralen Halsvagusstumpfes lassen sich nur atmungshemmende Impulse auslösen.

     
  8. 8.

    Gesteuert wird die Atmung nur vom Atemzentrum in der Medulla. Dies Zentrum ist durch Wärme erregbar. Ein davon abgesondertes Hachelzentrum ist nicht nachweisbar. Lobelin ruft keine atmungssteigernde Wirkung bei der Fledermaus hervor.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1939

Authors and Affiliations

  • E. Freiherr von Saalfeld
    • 1
  1. 1.Zoologischen Institut der Universität MünchenDeutschland

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