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Über den “wahren” Zuckergehalt der Haut und die Unzulänglichkeit der bisherigen Untersuchungsmethoden

  • W. Schulze
Freie Vorträge Donnerstag, den 19. Mai 1960 Nachmittags im großen Vortragssaal der Kunsthalle

Zusammenfassung

Durch systematische Überprüfung der vonUrbach eingeführten Methode zur Bestimmung des Zuckergehaltes der Haut konnte der Nachweis erbracht werden, daß diese Methode für den vorgesehenen Zweck unbrauchbar ist.

Schon die Extraktionsbedinugen sind unzureichend, wenn die Haut nicht homogenisiert, sodern nur mit der Schere fein zerschnitten wird, wie es nach dem Vorgehen vonUrbach geschieht. Hinzu kommt, daß die für den chemischen Zuckernachweis benutzte Hagedorn-Jensen-Methode nur eine einfache Reduktionsmethode darstellt. Bei ihrer Anwendung auf die Zuckerbestimmung in der Haut fällt dieser Mangel an Spezifität besonders stark ins Gewicht weil die Haut während des Analysenganges einer Temperatur bis zu 100°C ausgesetzt wird und dabei sehr beträchtliche Mengen anderer Substanzen abgibt, die fälschlich als Zucker miterfaßt werden.

Die Anwendung dieser fehlerhaften Methodik entwertet die vonUrbach erhaltenen Ergebnisse über den Zuckergehalt der menschlichen Haut, die zu der Aufstellung des Begriffes “Hautdiabetes” geführt haben.

Der gleiche Einwand richtet sich gegen die vonMonacelli u. Mitarb. unter Verwendung der Hagedorn-Jensen-Methode erhaltenen Befunde, nach denen die erscheinungsfreie Haut des Psoriatikers einen erhöhten Zuckergehalt aufweisen soll.

Auch die Feststellung vonUrbach, daß bei vielen Säugetieren, unter anderem auch beim Meerschweinchen, der Zuckergehalt der Haut höher liegt als der des Blutes, konnte, soweit es das Meerschweinchen betrifft, nicht bestätigt werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1960

Authors and Affiliations

  • W. Schulze
    • 1
  1. 1.Freiburg i. Br.

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