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Untersuchungen zur Metamorphose der Schmetterlingsbeine

  • Guntram Kuske
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Die Puppenbeine des Chinesischen Eichenseidenspinners entstehen durch epidermales Zellteilungswachstum aus den Raupenbeinen. Zu Beginn der Metamorphose treten an vier Stellen der Raupenbeinepidermis, dadurch, da\ sich die Zellen dort mitotisch vermehren, Verdickungen auf.

     
  2. 2.

    Teile von Raupenbeinen, die im drittletzten oder vorletzten Stadium herausgeschnitten und in drittletzte Raupen implantiert werden, entwickeln sich in der Leibeshöhle und metamorphosieren zu gleicher Zeit wie ihre Wirte. Aus bestimmten Raupenbeinteilen entsteht jeweils bestimmtes Falterbeinmaterial.

     
  3. 3.

    Die Entwicklungsleistungen der vier Stellen des Raupenbeines, an denen die Verdickungen auftreten, ergeben zusammengenommen ein vollständiges Falterbein.

     
  4. 4.

    Spitzen, Stümpfe oder mittlere Teile von Raupenbeinen, deren basale Begrenzung einen vollständigen Extremitätenquerschnitt darstellt, liefern grundsätzlich die gleichen Falterbeinabschnitte, wie die in ihnen enthaltenen Verdickungsstellen allein auch, jedoch mit dem Unterschied, da\ alles Falterbeinmaterial symmetrisch verdoppelt ausgebildet wird.

     
  5. 5.

    Die Raupenbeinepidermis stellt zur Zeit der Operation ein Anlagenmosaik für das aus ihm sich entwickelnde Falterbein dar.

     
  6. 6.

    In den Ausgangspunkten der vier Verdickungen werden Entwicklungszentren angenommen, von denen ausgehend die Entwicklungsprozesse, die das Raupenbein zum Puppen- und schlie\lich zum Falterbein werden lassen, räumlich und zeitlich in der Epidermis fortschreiten, um nach und nach das ganze Bein zu erfassen.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1963

Authors and Affiliations

  • Guntram Kuske
    • 1
  1. 1.I. Zoologischen Institut der Universität GöttingenDeutschland

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