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Die Blutentnahme zur Alkoholbestimmung im Rahmen des Verkehrsrechtes

  • J. Herbich
43. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Gerichtliche und Soziale Medizin in Zürich vom 14.–17. Oktober 1964 I. Hauptthema: Grenzgebiete zwischen Medizin und Recht und Forensische Psychiatrie

Zusammenfassung

  1. 1.

    Verfasser gibt einen Überblick über das österreichische Verkehrsrecht, soweit es sich auf alkoholbeeinflußte Verkehrsteilnehmer bezieht, wobei folgendes hervorgehoben wird.

    Die früher geltenden Vorschriften wurden 1961 durch Einführung der 0,80‰-Grenze mit Definition des Zustandes der Alkoholbeeinträchtigung und Vorschriften zur Sicherung des Beweises einer allfälligen Alkoholbeeinträchtigung wesentlich verschärft.

    Eine gegen den Willen des Verdächtigten durchzuführende, zwangsweise Blutentnahme gibt es in Österreich nicht. Die Weigerung, sich bei einem „blutigen Verkehrsunfall“ (Verkehrsunfall, bei dem eine Person getötet bzw. „erheblich verletzt“ wurde) Blut abnehmen zu lassen, ist ebenso wie die Weigerung, sich zur ärztlichen Untersuchung vorführen zu lassen, und die Weigerung, sich der Atemalkoholprüfung zu unterziehen, mit einer Arreststrafe in der Dauer von 1–6 Wochen bzw. mit einer Geldstrafe von S 5000– S 30000 bedroht.

     
  2. 2.

    An Hand eines Falles aus der Praxis der Begutachtung werden die Ergebnisse der Untersuchung von 40 Desinfektionsmitteln, die im „biologischen Versuch“ (ein Tropfen des betreffenden Desinfektionsmittels + 4 ml flüssiges alkoholfreies Blut), der für weitere derartige Untersuchungen als Standardmethode angesehen werden kann, getestet wurden, mitgeteilt.

    Nur 5 der 40 Desinfektionslösungen sind als völlig indifferent zu bezeichnen. Bei den restlichen 35 Desinfektionsmitteln wurden unter den angegebenen Versuchsbedingungen Werte bis 2,85‰ festgestellt.

     
  3. 3.

    Empfehlungen zur Blutentnahme zum Zwecke der Blutalkoholbestimmungen bei Lebenden und Toten und die methodische Vorgangsweise bei Blutalkoholbestimmungen am Institut für gerichtliche Medizin Wien werden kurz geschildert bzw. besprochen.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1966

Authors and Affiliations

  • J. Herbich
    • 1
  1. 1.Institut für gerichtliche Medizin der UniversitätWien IX

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