Über arterio-venöse Anastomosen und die postcapillaren Venen der menschlichen Tonsille

  • H. v. Hayek
Article

Zusammenfassung

Die im lymphatischen Gewebe schon lange bekannten postcapillaren Schumacherschen Venen mit kubischem Endothel werden genauer beschrieben.

Sie finden sich sehr zahlreich in der menschlichen Tonsille außerhalb der Sekundärknötchen. Durch ihre Wand treten zahlreich Lymphocyten und Leukocyten hindurch. Der Durchtritt kann senkrecht und schräg durch die Wand erfolgen, letzteres unabhängig von der Richtung des Blutstromes. Präformierte Öffnungen hierfür sind nicht wahrscheinlich, wohl aber ist ein präformierter Weg vorhanden, der durch die Öffnungen im Silberfasernetz der postcapillaren Venen und durch den Mangel an Schlußleisten zwischen den kubischen Endothelzellen gegeben ist.

Außer aus dem Capillarnetz erfolgt der Zufluß des Blutes in die postcapillaren Venen durch zwei Formen von arterio-venösen Kurzschlüssen, und zwar erstens direkte Kurzschlüsse, bei denen eine postcapillare Vene ohne besondere Sperreinrichtung direkt an eine Arterie anschließt, und zweitens capillarähnliche Kurzschlüsse, bei denen ein kurzes, gerades Gefäß — vom Charakter einer sehr weiten Capillare — Arterie und postcapillare Vene verbindet. Daraus, daß in dem capillar-artigen Kurzschlußgefäß sowie in den postcapillaren Venen besonders zahlreiche Leukocyten gefunden werden, ist zu schließen, daß die capillarartigen Kurzschlußgefäße besonders dem Leukocytentransport dienen.

Zuletzt wird versucht, die in der Tonsille gefundenen Kurzschlußgefäße in eine Formenreihe der bisher für den Menschen beschriebenen arterio-venösen Anastomosen einzugliedern, um damit eine Grundlage für die Untersuchungen über die Funktion dieser Anastomosen zu geben.

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Schrifttum

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Copyright information

© Springer-Verlag 1942

Authors and Affiliations

  • H. v. Hayek
    • 1
  1. 1.Anatomischen Institut WürzburgWürzburgDeutschland

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