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Über den Einfluss der Oxydationsprozesse auf die Verteilung von Vitalfarbstoffen in der zelle

  • Dimitry Nassonov
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Alle in dieser Arbeit beschriebenen Beobachtungen und Experimente wurden an Froschdarmen gemacht.

     
  2. 2.

    Die Epithelzellen des Duodenums eines Sommerfrosches enthalten große Mengen von Eiweißgranula, die durch anorganische Salze von Eisenoxyd und -oxydyl durchtränkt sind.

     
  3. 3.

    Die Epithelzellen der übrigen Darmabschnitte (außer dem Rectum) entbehren irgendwelcher konstanter Einschlüsse. In allen Abschnitten enthält die Schleimhaut gewisse Mengen von Makrophagen, die durch grobe manchmal eisenhaltige Granula prall gefüllt sind.

     
  4. 4.

    Die in den Darm eingeführten basischen und sauren Farbstoffe (Neutralrot, Methylenblau, Janusgrün, Fuchsin S, Trypanblau) werden in den Zellen in gleicher Weise gespeichert: in den Epithelzellen liefern sie Neubildungen, in den Makrophagen durchfärben sie dagegen präformierte Granula.

     
  5. 5.

    Bei Übertragung der Frösche in eine Wasserstoffatmosphäre wird das rH ihrer Darmschleimhaut ungefähr bis auf 12–13 erniedrigt; darauf weisen die Rötungen von Janusgrüninschlüssen, sowie die teilweise Aufhellung des Methylenblaues hin.

     
  6. 6.

    Bei Sauerstoffmangel wird der Vitalfarbstoff in der Zelle anders verteilt, als unter normalen Bedingungen.

     
  7. 7.

    In normalen Därmen wird der Farbstoff in Granulis kondensiert; die Kerne sind nicht gefärbt; eine starke Anfärbung zeigen die Phagozyteneinschlüsse.

     
  8. 8.

    Bei Sauerstoffmangel werden Farbstoffgranula nicht gebildet; der Farbstoff durchtränkt diffus das Protoplasma, färbt die Phagozyteneinschlüsse an; ebenso wird eine starke vitale Kernfärbung beobachtet.

     
  9. 9.

    Die vitale Kernfärbung bleibt auch nach Formolfixation gut erhalten.

     
  10. 10.

    Die vitale Kernfärbung ist ein reversibler Vorgang: bei Sauerstoffzufuhr verlieren die Kerne ihren Farbton, in den Zellen fängt eine Granulabildung an.

     
  11. 11.

    Zellen, in denen die Kerne vital gefärbt waren, verlieren ihre normale Funktionsfähigkeit nicht; sie sind fähig, Fett zu resorbieren.

     
  12. 12.

    Die Erhöhung der Permeabilität des Kernes für Farbstoffe kann nicht durch eine Veränderung der Eigenschaften der Kernmembran erklärt werden. Die Kernfärbung ist an eine reversible Gelbildung gebunden.

     
  13. 13.

    Auf Grund aller dieser Angaben kann von einer „physiologischen“ und „physikalischen“ Verteilung der Stoffe in der Zelle die Rede sein.

     
  14. 14.

    Die physiologische Verteilung findet unter Energieaufwand und bei Sauerstoffzufuhr statt; bei Sauerstoffmangel werden dagegen die Substanzen auf physikalischem Wege in der Zelle verteilt.

     
  15. 15.

    Energie wird zur Ausbildung der Heterogenität Plasma-Granula benutzt; zur Erhaltung dieser Heterogenität wird keine Energie verbraucht.

     
  16. 16.

    Die Heterogenität Protoplasma-Kern braucht Energie zu deren Erhaltung.

     
  17. 17.

    Diejenige Energie, die die Zelle zur Ausbildung und Erhaltung von Heterogenitäten verbraucht, kann als „Verteilungsenergie“ bezeichnet werden.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1930

Authors and Affiliations

  • Dimitry Nassonov
    • 1
  1. 1.Laboratorium der vergleichenden Histologie des Peterhofschen Naturwissenschaftlichen InstitutsDeutschland

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