Zeitschrift für Krebsforschung

, Volume 62, Issue 4, pp 375–382 | Cite as

Über den Glykogengehalt in Mundhöhlencarcinomen

  • Erhard Fasske
  • Konrad Morgenroth
Article

Zusammenfassung

Im Rahmen einer größeren Untersuchung über die Möglichkeiten einer Früherkennung bösartiger Tumoren in der Mundhöhle werden 22 verschiedene Mundhöhlencarcinome auf ihren Gehalt an Glykogen untersucht. Dabei ergibt sich gegenüber den Carcinomen der Portio uteri einrelativ hoher Prozentsatz glykogenhaltiger Carcinome. Vergleichsweise werden daneben die Glykogenverhältnisse der normalen menschlichen Mundschleimhaut an 432 Mundschleimhautexcisionen lebender Patienten histochemisch untersucht und ein unterschiedlicher Glykogengehalt in den einzelnen Mundhöhlenregionen aufgedeckt. Innerhallb der Epithelschichten bleibt das Stratum germinativum stets glykogenfrei. Vergleichende Untersuchungen an der glykogenfreien Mundschleimhaut von Ratten und Kaninchen konnten nachweisen, daß Teilungszellen zur Glykogensynthese nicht in der Lage sind. Zur Klärung der Frage, ob der Glykogengehalt innerhalb der Mundschleimhaut dem Insulin-Adrenalin-Regulator unterliegt, wurden darüber hinaus die Mundschleimhautverhältnisse mittels der Schillerschen Jodlösung an 1661 Diabetikern geprüft und die Mundschleimhautexcisionen von 32 Diabetikern histochemisch ausgewertet und zum jeweiligen Blutzuckerspiegel in Relation gesetzt. Die Ergebnisse sprechen dafür, daß der Glykogengehalt der Mundschleimhaut nicht vom Insulinspiegel abhängt. Da sich für Phosphorylierungsvorgänge Anhaltspunkte nicht ergaben, wird das Glykogen der Mundschleimhaut und der Mundhöhlencarcinome als Stapelungsglykogen angesprochen.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1958

Authors and Affiliations

  • Erhard Fasske
    • 1
    • 2
  • Konrad Morgenroth
    • 1
    • 2
    • 3
  1. 1.Pathologischen Institut der Städtischen Krankenanstalten EssenEssenDeutschland
  2. 2.Klinik und Poliklinik für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten der Universität MünsterMünsterDeutschland
  3. 3.Hattingen a. d. Ruhr

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