Zur physiologischen Verwachsung von Peritonealflächen

  • A. Priesching
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Zusammenfassung

Verwachsungen peritonealer Flächen wurden bisher in ihren mikroskopischen Details noch nicht beschrieben. Die Verwachsung zweier Serosaflächen unter Schwund der Serosaepithelien und Entwicklung einer geweblichen Kontinuität zwischen den ursprünglichen Kontaktflächen mußte vielmehr indirekt erschlossen werden. Beweiskraft hat der Schluß nur dann, wenn es sich um circumskripte Verbindungen zweier Organe an Stellen handelt, die in früheren Entwicklungsstadien sicher von Serosa überzogen waren, oder wenn die umschriebene Verbindung erst von einem bestimmten Entwicklungsalter an gefunden werden kann. Handelt es sich um eine in bestimmter Richtung ablaufende Vereinigung serosaüberzogener Organe, so liegt nur dann mit größerer Wahrscheinlichkeit, eine Verwachsung vor, wenn diese Vereinigung sehr rasch erfolgt.

Über den näheren Modus der arttypischen, also anlagemäßig determinierten Verwachsungen peritonealer Flächen ist bisher offenbar nichts bekanntgeworden. Daher wird ein Embryo von 46 mm Sch.St.L. beschrieben, bei dem verschiedene Einzelheiten der Verwachsung von Pankreaskopf und dorsaler Leibeswand erkannt werden können: starke Vermehrung der Serosazellen an der Dorsalseite des Pankreas, Sekretion einer Bindesubstanz zwischen die beiden Serosaflächen, Umwandlung von Serosazellen in Bindegewebszellen und des Sekretes in Zwischensubstanz.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1957

Authors and Affiliations

  • A. Priesching
    • 1
    • 2
  1. 1.Anatomischen Institut der Universität WienWienÖsterreich
  2. 2.I. Chirurgischen UniversitätsklinikWienÖsterreich

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