Bestimmung des Schwermetallgehalts von Hausmüllproben

  • Peter Krauß
  • Hanspaul Hagenmaier
Böden und Klärschlämme

Zusammenfassung

Es wird ein neues Verfahren zur Aufbereitung von Hausmüllproben vorgeschlagen. Zusätzlich zu den üblicherweise eingesetzten Mahlschritten werden ein Siebungsschritt (1 mm Maschenweite) und ein Windsichtungsschritt eingeführt. Schwere Müllbestandteile >1 mm werden auf diese Weise abgetrennt und ohne weitere Mahlung separat analysiert. Der Anteil dieser Fraktion, die u.a. Metallstücke enthält, beträgt zwischen 1 % und 5 %. Die Hauptfraktion wird bis zur Analysenfeinheit gemahlen. Das Verfahren besitzt zwei Vorteile: Zum einen erhält man Ergebnisse, die die Grundbelastung des Mülls und seiner Einzelfraktionen durch Schwermetalle widerspiegeln — ohne Verfälschung durch beigemengte Metallstücke. Bei einem Einsatz des Mülls zu Kompostierungszwecken können sich ja auch Metalle, die in Form von Verbindungen vorliegen, anders verhalten als in massiver elementarer Form. Zum zweiten wird der Abrieb der Mahlwerkzeuge auf dem Weg zum analysenfeinen Material stark verringert mit der Folge, daß die Bestimmung von Chrom und Nickel, die beide für die meisten Mahlstähle charakteristisch sind, repräsentative Werte liefert und nicht nur den Abrieb widerspiegelt. Um aufzuzeigen, ob der Schwermetallgehalt organischer Hausmüllfraktionen durch mechanische Fraktionierung weiter reduziert werden kann, wurde Naßsiebung eingesetzt. Es zeigte sich, daß vor allem der organische Mittel- und Grobmüll (>30 mm) nennenswerte Mengen an Haftkorn mit großer Bleifracht enthält.

Determination of the heavy metal content of municipal wastes

Summary

A new method is recommended for preparing samples of municipal wastes. In addition to several grinding steps normally used, sieving (mesh size 1 mm) followed by air classifying is introduced. This step allows to separate heavy components >1 mm which are analyzed without further grinding. The amount of this heavy fraction containing among others small pieces of metal varies between 1 % and 5 %. The main fraction is ground to analytical particle size. The procedure has two advantages: results of the heavy metal background level are obtained by analysis of the main fraction freed of contaminating metal pieces. This may be important, when municipal waste is used to prepare compost, because metals present in elementary form are different in their behaviour from metal compounds. Another advantage is that the abrasion of the grinding tool in the last grinding steps is greatly diminished. Chromium and nickel, both present in most steels used in mills, can now be determined in the municipal waste sample itself without being contaminated by abrasion. The organic fraction of municipal waste contains considerable amounts of heavy metals. It has been tried to diminish this content by further mechanical separation steps by using a wet sieving technique. It has been shown that organic fractions >30 mm contain significant amounts of adsorbed inorganic particles with a high lead content.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1984

Authors and Affiliations

  • Peter Krauß
    • 1
  • Hanspaul Hagenmaier
    • 1
  1. 1.Institut für Organische Chemie der Universität TübingenTübingenBundesrepublik Deutschland

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