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Über die experimentelle Acanthose unter einer luftdicht abschließenden Kapsel

  • H. -J. Heite
  • H. J. Koch
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Bei zweimal zehn Meerschweinchen wurde auf die eine Flanke eine luftdichte Kunststoffkapsel aufgeklebt, nach 48 Std das unter der Kapsel liegende Hautareal und ein kontralateral gelegenes unbehandeltes Hautareal entonommen und im histologischen Schnitt die Epidermisbreite und die Zellzahl in der Epidermis ausgezählt. Bei der Hälfte der Tiere wurde nach Colchicingabe zusätzlich die Mitoserate der Epidermiszellen bestimmt.

     
  2. 2.

    Unter der luftdichten Kapsel entsteht eine Epidermisverbreiterung mit einem “Acanthose”-Faktor von durchschnittlich 1,35, eine Zellzahlvermehrung auf 113% und ein Absinken der Mitoserate von 7,0‰ auf 6,0‰. Die Zellzahlvermehrung vermag die Epidermisverbreiterung nur zu etwa 40% zu erklären.

     
  3. 3.

    Die Kapselacanthose unterscheidet sich demnach von der Salbenacanthose quantitativ durch einen wesentlich geringeren Acanthosefaktor; weiterhin in qualitativer Hinsicht durch eine Bremsung der Verhornungsvorgänge infolge Verminderung der mit der normalen Keratinisierung verbundenen Austrocknung, was sekundär sogar zu einer geringfügigen Bremsung des Zellnachschubes führt.

     
  4. 4.

    Da sich Salbenacanthose und Kapselacanthose qualitativ wie auch quantitativ erheblich unterscheiden, wird der Theorie eine wesentliche Stütze entzogen, die in der acanthogenen Wirkung von Salbengrundlagen nur einen Abdeckeffekt sehen möchten. Aus dem gleichen Grunde ist die Kapselacanthose wenig geeignet, um bei der biologischen Wertbestimmung der acanthogenen Wirkung von Salbengrundlagen als Standardacanthose verwendet zu werden.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1961

Authors and Affiliations

  • H. -J. Heite
    • 1
  • H. J. Koch
    • 1
  1. 1.Dermatologischen Klinik der Philipps-Universität Marburg a. d. LahnMarburg a. d. LahnDeutschland

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