Zeitschrift für Kinderheilkunde

, Volume 81, Issue 5, pp 580–588 | Cite as

Bildung und Ausscheidung der proteolytischen Magenfermente beim Fetus und Neugeborenen

  • Helmut Wagner
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Zusammenfassung

Fermentuntersuchungen an der Magenmucosa aus dem Fundus- und Antrumbereich bei 118 6-40 Wochen alten Feten und 52 1-28 Tage alten Neugeborenen ließen den Beginn der Fermentproduktion ab 3. Schwangerschaftsmonat, eine langsame Erhöhung bis zum Ende der Schwangerschaft in der Fundusmucosa und nur geringe Fermentmengen im Antrum erkennen. Durch die Nahrungsaufnahme erwirbt der Neugeborenenmagen rasch seine volle Funktionsreife; die Fermentmengen im Fundus sind schon am 2. Lebenstag vervierfacht.

Mit graduierten Ultracellafiltern und Cellophanfiltern von bekannter Porenweite in einem Hochdruckgerät (30 atü) wurde das Molekulargewicht des Pepsinogen, dessen Fermentaktivität nach der Methode von West, Ellis u. Scott20 bestimmt wurde, bei 40000 ermittelt und damit die Nierenfähigkeit (renale Ausscheidung) dieses Fermentes bestätigt. Beim Erwachsenen wird die Fermentmenge im Harn u. a. vom Hypophysen-Nebennierenrinden-System gesteuert.

Im Fruchtwasser wird Pepsinogen erstmals im 7.-8. Schwangerschaftsmonat in Spuren nachweisbar, dessen Menge und Konzentration bis zum Ende der Schwangerschaft, besonders im 10. Monat, deutlich ansteigt. Da die fetale Nebennierenrinde im 8. Lunarmonat einen vorläufigen Reifezustand erreicht, wird das zeitliche Zusammentreffen verständlich. Die niedersten Werte wurden bei Eklampsie, die höchsten bei Erythroblastose beobachtet.

Während der Neugeborenenharn gegenüber dem Fetalharn bereits am 1. und 2. Lebenstag eine 7-8mal höhere Fermentkonzentration zeigt, werden die absoluten Fermentmengen nur langsam, aber kontinuierlich größer und sind erst am 10. Lebenstag verzehnfacht.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1958

Authors and Affiliations

  • Helmut Wagner
    • 1
  1. 1.Universitäts-Frauenklinik GießenGießenDeutschland

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