Advertisement

Zeitschrift für Kinderheilkunde

, Volume 77, Issue 5, pp 532–543 | Cite as

Untersuchungen über den Fettstoffwechsel im Säuglingsalter

I. Mitteilung Gesamtfett-, Fettsäuren und Phosphatidbilanzen bei Säuglingen mit parenteralen Infektionen, ein Beitrag zur Pathogenese der parenteral bedingten Ernährungsstörung im Säuglingsalter
  • Werner Droese
  • Helga Stolley
Article

Zusammenfassung

Es wird über Gesamtfett-, Fettsäuren- und Phosphatidbilanzen bei 15 künstlich ernährten Säuglingen mit parenteralen Infektionen ohne dyspeptische Erscheinungen berichtet.

Es wird festgestellt, daß selbst leichte grippale Infektionen die Fettausnutzung auch bei klinisch normal gedeihenden Säuglingen erheblich verschlechtern, während bakterielle Infektionen der Haut (Pyodermien, Abscesse) die Ausnutzung der Fette nicht oder doch nicht mit der Regelmäßigkeit und dem Ausmaße schädigen, wie es die grippalen Infektionen tun.

Die Verschlechterung der Fettausnutzung tritt bereits mehrere Tage vor Fieberbeginn auf, erreicht während des Fiebers oder unmittelbar nach Abklingen des Fiebers ihren Höhepunkt und bessert sich erst einige Tage nach Abklingen des Fiebers.

Die Ausnutzung sämtlicher Fettfraktionen wird verschlechtert, am stärksten die der gesättigten Fettsäuren und der Phosphatide, am geringsten die der ungesättigten Fettsäuren.

Die Ausnutzung aller Fettfraktionen ist um so schlechter, je stärker der Stoffwechsel zum Zeitpunkt der Infektion durch vorhergehende Belastungen (Infektionen, Dyspepsie oder Toxikose) geschädigt wurde.

An Hand der Literatur und eigener Untersuchungen wird wahrscheinlich gemacht, daß die im Verlauf grippaler Infektionen beim Fehlen dyspeptischer Erscheinungen vermehrt mit dem Stuhl ausgeschiedenen Fette zum überwiegenden Teil aus dem geschädigten Stoffwechsel in den Darm sezerniert werden und nur zum kleineren Teil Folge der mangelhaften Verdauung im Darm sind.

Die Bedeutung der durch die grippale Infektion ausgelösten Funktionsstörungen des Stoffwechsels für die Nahrungstoleranz und für die Pathogenese der parenteralen Ernährungsstörung im Säuglingsalter wird diskutiert.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Beck, O.: Jb. Kinderheilk. 112, 3. Folge, 62, 184 (1926).Google Scholar
  2. Birk, W.: Verh. dtsch. Ges. Kinderheilk., Innsbruck 1924.Google Scholar
  3. Birk, W.: Abhandlg. a. d. Kinderheilk. u. ihren Grenzgebieten 1926, 1–104.Google Scholar
  4. Birk, W.: Münch. med. Wschr. 1924, 1745; 1926, 1147.Google Scholar
  5. Czerny, A., u. A. Keller: Des Kindes Ernährung, Ernährungsstörungen und Ernährungstherapie, 2. Aufl., 2. Bd. Leipzig-Wien: F. Deuticke 1928.Google Scholar
  6. Droese, W.: Annales paediatrici 178, 121 u. 238 (1952). (Hier ausführliche Literaturangaben.)Google Scholar
  7. —: Arch. Kinderheilk. 144, 98 (1952).Google Scholar
  8. Essig, B.: Mschr. Kinderheilk. 53, 335 (1932).Google Scholar
  9. Grafe, E.: Die pathologische Physiologie des Gesamtstoff- und Kraftwechsels bei der Ernährung des Menschen. München: J. F. Bergmann 1923.Google Scholar
  10. Keller, W.: Dtsch. med. Wschr. 1953, 623.Google Scholar
  11. Keller, W., u. W. Marget: Z. Kinderheilk. 74, 95 (1953).Google Scholar
  12. Keller, W., u. A. Biesalski: Z. Kinderheilk. 76, 514 (1955).Google Scholar
  13. Krainick, H. G., F. Debatin u. W. Zierl: Dtsch. med. Wschr. 1955, 1350.Google Scholar
  14. Macciotta, G.: Studi sassaresi 5, 189 (1927). Ref. Zbl. Kinderheilk. 22, 187 (1927).Google Scholar
  15. Malmberg, N.: Acta paediatr. 2, 209 (1923); 6, 265 (1927).Google Scholar
  16. Schkarin, A.: Arch. Kinderheilk. 41, 81 (1905).Google Scholar
  17. Strieck, Fr., u. H. E. Ch. Wilson: Dtsch. Arch. klin. Med. 157, 173 (1927).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 1956

Authors and Affiliations

  • Werner Droese
    • 1
    • 2
  • Helga Stolley
    • 1
    • 2
  1. 1.Universitäts-Kinderklinik in KielKielDeutschland
  2. 2.Universitäts-Kinderklinik in MünchenMünchenDeutschland

Personalised recommendations