Zur Frage der Coxa valga und Coxa vara

Ein Patient mit Coxa valga und vara

Zusammenfassung

1. Es werden Fälle beobachtet, bei denen im Wachstumsalter oder noch später klinische Beschwerden, wie Schmerzen in der Hüfte, auftreten und im Röntgenbild Coxa valga einerseits und Coxa vara andererseits konstatiert werden. Worauf die Erscheinung zurückzuführen ist, bleibt noch unklar.

2. Auf Grund der Resultate seines Studiums der angeborenen Hüftverrenkung, der Spontanheilung dieser Luxation, der Coxa valga und Coxa vara glaubt der Verfasser, daß bei solchen Fällen die Hüftgelenke in der Fetalzeit durch fetale Bewegung intrauterine Luxation erfahren haben, infolgedessen dem Femur die physiologische Belastung gefehlt hat, daß sich so das Femur als Coxa valga darstellt, daß einerseits die so entstandene Coxa valga — nach unbemerkt erfolgter Spontanheilung — noch weiterhin fortbesteht, während auf der anderen Seite der Femurkopf durch eine mechanisch bedingte Aufeinanderfolge von Ab- und Aufbauvorgängen bei oder nach der Spontanheilung warzenförmig deformiert wird und schließlich später — im Adoleszentenalter oder noch später — infolge der Skeletverunstaltungen mehr oder weniger starke klinische Beschwerden wie Schmerzen in der Hüfte auftreten.

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Nagura, S. Zur Frage der Coxa valga und Coxa vara. Arch orthop Unfall-Chir 52, 37–46 (1960). https://doi.org/10.1007/BF00415581

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