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Die Erregungsleitung in der glatten Muskulatur des Meerschweinchen-Dickdarmes

  • H. F. Brune
  • H. Kotowski
Article

Zusammenfassung

Die elektrische Aktivität des Meerschweinchencolons in situ besteht in Gruppen von Spitzenpotentialen, „Erregungskomplexen“, die mit einer Frequenz von etwa 1 sec auftreten.

Bei gleichzeitiger Ableitung von zwei benachbarten Stellen der Darmoberfläche läßt sich zeigen, daß Muskelbezirke eines Darmringes synchron erregt werden. Diese „Querkoordination“ läßt sich mit Cocain aufheben. In Darmlängsrichtung gelegene Faserbezirke entladen unabhängig von einander. Die Beziehungen dieser Koordination zum peristaltischen Reflex werden diskutiert. Die Bezirke, in denen eine myogene Ausbreitung der Erregung erfolgt, haben bei normalem Tonus etwa 3 mm Durchmesser. Bei Darmatonien ließ sich die myogene Erregungsleitung über 8 mm nachweisen. Bei gesteigerter Erregungsbildung (Zufuhr von ACh) werden die Bezirke, in denen myogene Erregungsleitung stattfindet, kleiner.

Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Erregung in der glatten Muskulatur des Darmes beträgt etwa 4 mm/sec.

Auf Grund der geringen Fortpflanzungsgeschwindigkeit der Erregung und der Variabilität der Aktionsstrombilder im Gegensatz zu denen von Herz und Ureter wird die Ansicht entwickelt, daß die Erregungsleitung zwar myogen, aber nicht syncytial ist, sondern daß von Zelle zu Zelle eine „musculo-musculäre“ Übertragung der Erregung unter Vermittlung eines Überträgerstoffes stattfindet.

Da Atropin und Antrenyl die myogene Erregungsleitung blockieren, wird Acetylcholin als Überträgerstoff diskutiert, desgleichen seine Bildung in der glatten Muskulatur.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1956

Authors and Affiliations

  • H. F. Brune
    • 1
  • H. Kotowski
    • 1
  1. 1.Aus dem Physiologischen Institut der Universität Freiburg i. Br.Germany

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