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Qualitative und quantitative ballistographische Untersuchungen am Modellkreislauf

  • W. Eger
  • H. Klensch
Article

Zusammenfassung

1. Ein Modellkreislauf — bestehend aus elektrisch angetriebener Ventilpumpe, künstlichem Aortenwindkessel, peripherem Widerstand und „venösem“ Rückstrom — wurde auf dem bei uns entwickelten Rolltisch-Ballistographen aufgebaut und in Elongationsschreibung registriert.

2. Die künstliche Aorta wurde in einer vereinfachten (U-Form) und in einer der Natur entsprechenden Anordnung (S-Form) verlegt. Die Kurvenform der ersteren glich einer Volumpulskurve, die der letzteren war völlig identisch mit der des menschlichen normalen Ballistogramms in Elongationsschreibung. Die kurvenanalytische Deutung des menschlichen Elongationsballistogramms als Differenzkonstruktion zweier entgegengesetzt gerichteter phasisch versetzter Teil-Schwerpunktsverschiebungen wurde hierdurch bestätigt.

3. Als Test für das frequenzunabhängige Arbeiten unseres Rolltischballistographen wurden Versuche und Kurvenbeispiele der ballistographischen Registrierung eines mit verschiedenen Geschwindigkeiten rotierenden, auf dem Rolltisch angebrachten Exzenters herangezogen; zum Vergleich wurden die mit einem Schwingtischballistographen üblicher Bauart zu erzielenden Kurven des gleichen Exzenterversuches demonstriert, deren Amplituden, im Gegensatz zu den ersteren, eine Funktion der Exzenterfrequenz mit einem Maximum im Eigenfrequenzbereich des Schwingtisches darstellen und sich damit jeder quantitativen Auswertmöglichkeit entziehen.

4. Eine Formel zur Berechnung des Exzentergewichts aus der ballistographisch gewonnenen Kurve der Exzenterbewegung wird aus dem Newtonschen Satz von der Erhaltung des Schwerpunktes entwickelt. Die Übereinstimmung des errechneten mit dem objektiven Exzentergewicht kann als weitere Prüfmethode für die Brauchbarkeit der Elongationsballistographie zu quantitativen Untersuchungen dienen.

5. Eine ebenfalls aus dem Newtonschen Axiom entwickelte Formel zur Berechnung des Schlagvolumens aus der ballistographischen Kurve (stets Elongationsschreibung vorausgesetzt) wird diskutiert und auf den Modellkreislauf angewendet. Die Übereinstimmung der aus der Kurve errechenbaren Werte, sowohl bei U-förmiger wie bei S-förmiger Aortenanordnung, mit den bei einem Modellkreislauf leicht nachmeßbaren objektiven Fördermengen der Pumpe bestätigt die Brauchbarkeit der aufgestellten Formel.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1956

Authors and Affiliations

  • W. Eger
    • 1
  • H. Klensch
    • 1
  1. 1.Aus dem Physiologischen Institut der Universität BonnGermany

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