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Der lokale Wundstarrkrampf

  • H. Klensch
  • J. Schlömer
Article

Zusammenfassung

Durch Modellversuche an der Maus wird wahrscheinlich gemacht, daß ein lokaler Wundstarrkrampf nur zustande kommen kann, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
  1. 1.

    Zentrale Erregbarkeitssteigerung (durch das Toxin, oder im Modellversuch durch Strychnin).

     
  2. 2.

    Entwicklung eines örtlichen Reizherdes unspezifischer Art, der einen nervösen afferenten Impulsstrom zum Zentrum verursacht. (Nachgeahmt durch Injektion von Reizmitteln wie Milch, Senf und Essigsäure unter die Haut!)

     

Die abnorme, örtliche Afferenz zusammen mit einer allgemein gesteigerten Reflexerregbarkeit des ZNS (RM) ergeben einen örtlichen Reflextetanus.

Jede der beiden Komponenten für sich allein ist unwirksam. Treffen jedoch aus dem örtlichen Reizherd Impulse auf das durch das Toxin übererregbar gemachte Zentrum, so tritt einseitig und im Bereich des Reizherdes ein reflektorischer örtlicher Tetanus auf.

Im Falle des natürlich entstandenen lokalen Wundstarrkrampfes fallen unspezifischer Reizherd und Toxinquelle zusammen. Doch auch bei räumlich und zeitlich getrennter Applikation von Reizstoff und Toxin kann das Bild des lokalen Tetanus erzeugt werden.

Selbst wenn man das Toxin durch Strychnin ersetzt, läßt sich experimentell ein „lokaler Tetanus“ erzeugen, gleichgültig, ob das Strychnin dem Reizstoff beigefügt wird oder ob beide Stoffe räumlich (und zeitlich) getrennt eingespritzt werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag 1952

Authors and Affiliations

  • H. Klensch
    • 1
  • J. Schlömer
    • 1
  1. 1.Aus dem Physiologischen Institut der Universität BonnGermany

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