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Krankheitsdauer und Lebenserwartung bei der Huntingtonschen Chorea

Zusammenfassung

Die Krankheitsdauer der Choreatiker läßt sich — ebenso wie Erkrankungsalter, Sterbealter und Kinderzahl — exakt bearbeiten nur an einem Material aus „abgeschlossenen“ Geburtsjahrgängen. An einem solchen Material fanden wir eine durchschnittliche Krankheitsdauer von 12,9 Jahren.

40% der Choreatiker sterben in den ersten 10 Krankheitsjahren. Bis zum 15. Krankheitsjahr sind 70% aller Kranken verstorben. Eine Krankheitsdauer von mehr als 20 Jahren wird in rund 10% der Krankheitsfälle festgestellt.

Frauen (13,5 Jahre) haben eine höhere durchschnittliche Krankheitsdauer als Männer (12,2 Jahre). Auch wird bei Frauen häufiger eine relativ lange Krankheitsdauer gefunden als bei Männern.

Vergleicht man die Lebenserwartung eines Choreatikers im Zeitpunkt seiner Erkrankung mit der Lebenserwartung gleichaltriger Personen der Gesamtbevölkerung (aus gleichen Geburtsjahrgängen!), so zeigt sich für alle Stufen des Erkrankungsalters eine Verkürzung der Lebenserwartung der Choreatiker um etwa die Hälfte.

Alle vorstehenden Berechnungen gelten genau genommen nur für Choreatiker der herausgezogenenen abgeschlossenenen Geburtsjahrgänge 1871–1890 und nicht für heutige Kranke. Es wird versucht, auch für heute erkrankende Choreatiker zu einer Schätzung der Lebenserwartung zu kommen.

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Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Nachtsheim zum 70. Geburtstag in herzlicher Dankbarkeit gewidmet.

Mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Bundes durchgeführte Sammlung aller Fälle von Huntingtonscher Chorea aus dem Bundesgebiet: 3. Mitteilung.

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Wendt, G.G., Landzettel, I. & Solth, K. Krankheitsdauer und Lebenserwartung bei der Huntingtonschen Chorea. Archiv für Psychiatrie und Zeitschrift f. d. ges. Neurologie 201, 298–312 (1960). https://doi.org/10.1007/BF00352689

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