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Zur Zusammenstellung psychotherapeutischer Gruppen

  • H. Lindinger
Article

Zusammenfassung

  1. 1.

    Die Zusammensetzung einer psychotherapeutischen Gruppe ausschließlich aus neurotischen Patienten ist in jeder Hinsicht als durchaus günstig anzusehen.

     
  2. 2.

    Die gemischte Gruppe ist ebenfalls als günstig zu empfehlen; (sie darf allerdings nicht in ihrer Mehrheit aus psychopathischen oder chronisch schizophrenen Patienten bestehen und sie muß in ihrer Zusammensetzung ausbalanciert sein: Wenn die Mehrheit aus Schizophrenen besteht, muß ihr eine Minderheit von Alkoholkranken zugesellt werden, die ein hinlängliches Gegengewicht darstellt, und umgekehrt).

     
  3. 3.

    Alkoholiker-Gruppen sind für Störungen im Gruppenverlauf etwas anfälliger, in der Führung und in den Ergebnissen jedoch günstig. Insgesamt sind sie somit ebenfalls noch als günstig anzusehen.

     
  4. 4.

    Reine Schizophrenen-Gruppen haben ihre Eigentümlichkeiten, die in der Technik berücksichtigt werden müssen. Sie sind häufigeren Störungen des Verlaufes unterworfen, weisen größere Schwierigkeiten in der Führung und etwas weniger günstige Ergebnisse auf als gemischte Gruppen, sind aber noch nicht als durchaus ungünstig zu werten.

     
  5. 5.

    Psychopathen-Gruppen lassen besondere Schwierigkeiten in der therapeutischen Führung und relativ ungünstige Ergebnisse erwarten. Reine Psychopathen-Gruppen sind deshalb als ungünstig abzulehnen.

     
  6. 6.

    Eine aus ausschließlich chronisch schizophrenen Patienten bestehende Gruppe bietet außerordentliche Schwierigkeiten in der therapeutischen Führung und läßt einen ungünstigen Gruppenverlauf erwarten. Eine solche Gruppe ist daher (selbst dann, wenn die Ergebnisse nicht ganz so schlecht sind, wie zu erwarten wäre) als unökonomisch anzusehen und als ungünstige Zusammenstellung abzulehnen.

     

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Copyright information

© Springer-Verlag 1965

Authors and Affiliations

  • H. Lindinger
    • 1
  1. 1.Mauer bei AmstettenNieder-Österreich

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