Skip to main content
Log in

Untersuchungen über den Gehörsinn der Amphibien

  • Published:
Zeitschrift für vergleichende Physiologie Aims and scope Submit manuscript

Zusammenfassung

  1. 1.

    Axolotl ließen sich auf Töne von Stimmgabeln, von Orgel- und Edelmannpfeifen und auf die C-Saite von einem Cello, Feuersalamanderlarven auf Töne von Stimmgabeln und Edelmannpfeifen gut dressieren.

  2. 2.

    Die obere Wahrnehmungsgrenze liegt bei normalen Axolotln zwischen g (194 v. d.) — h (244 v. d.) mit geringen individuellen Schwankungen. Bei einer geprüften Salamander maculosa-Larve liegt sie etwa bei c3 (1035 v. d.).

  3. 3.

    Beim Axolotl liegt die obere Wahrnehmungsgrenze nach völliger Ausschaltung des Labyrinthes bei G (97 v. d.) bzw. bei H (122 v. d.) also etwa eine Oktave tiefer als beim normalen Tier. Die Töne von G (H) aufwärts werden also ausschließlich durch das Labyrinth wahrgenommen.

  4. 4.

    Die Axolotl reagieren noch sehr deutlich auf C2 (16 v. d.) der Stimmgabel. Eine untere Wahrnehmungsgrenze wurde nicht gefunden.

  5. 5.

    Für Axolotl läßt sich eine Beteiligung des Labyrinthes an der Tonwahrnehmung nach unten bis C1 (32 v. d.) nachweisen. Hier liegt also im strengen Sinne des Wortes die untere Hörgrenze. Nach völliger Ausschaltung des Labyrinthes ist die Empfindlichkeit für Ton C (65 v. d.) auf 1/64 gesunken (gemessen an der Energie der Schwingungen) während für eine Frequenz von 32 v. d. (C1) das Perzeptionsvermögen nicht nennenswert verschlechtert wird.

  6. 6.

    Die Axolotl und eine untersuchte Feuersalamanderlarve können 2 verschieden hohe Töne unterscheiden. Sie beantworten sie nach gelungener Dressur mit verschiedenen motorischen Reaktionen. Eine Quarte (bei 2 Tieren eine Quinte) stellt in der Regel das geringste von den Axolotl unterschiedene Intervall dar.

  7. 7.

    Nach völliger Ausschaltung des Labyrinthes zeigten die Axolotl in dem tiefen Tonbereich, in dem überhaupt noch Reaktionen erfolgten, angenähert dasselbe Unterscheidungsvermögen wie die normalen Tiere.

  8. 8.

    Das kleinste unterschiedene Intervall ist im normalen Zustand und nach doppelseitiger Exstirpation des Labyrinthes etwa gleich groß. Das Tonunterscheidungsvermögen durch das Labyrinth ist also nicht merklich feiner als das Tonunterscheidungsvermögen durch die Haut.

  9. 9.

    Bei einer untersuchten Feuersalamanderlarve konnte eine große Terz als Grenzintervall festgestellt werden.

  10. 10.

    Die Unterscheidung der Töne beim Axolotl erfolgt qualitativ durch die Wahrnehmung der verschiedenen Schwingungsfrequenz. Denn die Unterscheidung verschiedener Intensitäten desselben Tones ließ sich durch Dressur nicht erzielen.

This is a preview of subscription content, log in via an institution to check access.

Access this article

Subscribe and save

Springer+ Basic
EUR 32.99 /Month
  • Get 10 units per month
  • Download Article/Chapter or Ebook
  • 1 Unit = 1 Article or 1 Chapter
  • Cancel anytime
Subscribe now

Buy Now

Price excludes VAT (USA)
Tax calculation will be finalised during checkout.

Instant access to the full article PDF.

Literaturübersicht

  1. Berger, K.: Experimentelle Studien über Schallperzeption bei Reptilien. Z. vergl. Physiol. 1, 517–540 (1925).

    Google Scholar 

  2. Bruyn u. van Nifterik: Influence du son sur la réaction d'une exitation tactile chez les grenouilles et les crapauds. Arch. néerl. Physiol. 5 (1921).

  3. Buddenbrock, W.v.: Grundriß der vergleichenden Physiologie. 2. Aufl., Bd. 1. 1937.

  4. Burlet, H. M. de: Die innere Ohrsphäre. Bolk, Göppert u. Kallius' Handbuch der vergleichenden Anatomie der Wirbeltiere, Bd. 2, 2. Hälfte. 1934.

  5. Chilow, K. L.: Über die Otolithenfunktion bei Amphibien und Fischen. Z. Hals- usw. Heilk. 16, 452–477 (1926).

    Google Scholar 

  6. Corbeille and Baidos: Respiratory responses to acoustic stimulation intact and decerebrate animals. Amer. J. Physiol. 88 (1929).

  7. Denker, A.: Hörvermögen der Fische. Acta oto-laryng. (Stockh.) 15, 247–260 (1931).

    Google Scholar 

  8. Deiters, O.: Innere Gehörorgane der Amphibien. Arch. Physiol. u. wiss. Med. 1862, 277–310.

  9. Dye, J. P.: The relation of the lateral line organs of Necturus to hearing. J. comp. Psychol. 1, 469–471 (1921).

    Google Scholar 

  10. Ecke, H.: Anatomische und histologische Untersuchungen am Labyrinth der Erdkröte. Z. Morph. u. Ökol. Tiere 29, 80–113 (1934).

    Google Scholar 

  11. Edinger, L.: Übei das Hören der Fische und anderer niederer Vertebraten. Zbl. Physiol. 22 (1908).

  12. Frisch, K. v.: Ein Zwergwels, der kommt, wenn man ihm pfeift. Biol. Zbl. 43, 439–446 (1923).

    Google Scholar 

  13. Frisch, K. v.: Über den Gehörsinn der Fische. Biol. Rev. Cambridge philos. Soc. 11 (1936).

  14. Frisch, v. u. Dijkgraaf: Können Fische die Schallrichtung wahrnehmen? Z. vergl. Physiol. 22, 641–655 (1935).

    Google Scholar 

  15. Frisch, v. u. Stetter: Untersuchungen über den Sitz des Gehörsinnes bei der Elritze. Z. vergl. Physiol. 17, 687–801 (1932).

    Google Scholar 

  16. Froloff, J. P.: Bedingte Reflexe bei Fischen. (1. Mitt.) Pflügers Arch. 208, 261–271 (1925).

    Google Scholar 

  17. Froloff, J. P.: Bedingte Reflexe bei Fischen. (2. Mitt.) Pflügers Arch. 220, 339–349 (1928).

    Google Scholar 

  18. Geyer, H.: Lautäußerungen der Molche. Bl. Aquar.kde 39 (1928).

  19. Grüberg, K.: Schallreizversuche am Labyrinth von Amphibien. Z. Ohrenheilk. 1921.

  20. Harrison, H. S.: Perilymph, spaces of Amphib. ear. Internat. Wschr. Anat. u. Physiol. 19 (1902).

  21. Huddieston, O. L.: Contribution to the study of the funktion of the saccular otolith of the frog. Univ. California Publ. Physiol. 7, 29–42 (1928).

    Google Scholar 

  22. Kohlrausch u. Schilf: Der galvanische Hautreflex beim Frosch auf Sinnesreize. Pflügers Arch. 194 (1922).

  23. Kreidel, A.: Vergleichende Physiologie des Gehörs. Handbuch der normalen und pathologischen Physiologie. Bd. 11. Berlin 1926.

  24. Kuhn: Über das häutige Labyrinth der Amphibien. Arch. mikrosk. Anat. 17, 479–550 (1880).

    Google Scholar 

  25. Kuroda, R.: Experimental researches upon the sense of Hearing in lower vertebrates including Reptiles Amphibians and Fishes. J. comp. Psychol. (Monogr.) 3 (1924).

  26. Leffler, O. H.: Zur Psychologie und Biologie des Axolotl. Diss. Halle a. d. S. 1914.

  27. Mc Nally, W. J. and J. Tait: Ablation experiments on the labylinth of the frog. Amer. J. Physiol. 75, 155–179 (1925/26).

    Google Scholar 

  28. Netto, Fr.: Die Entwicklung des Gehörorgans beim Axolotl. Med. Diss. Berlin 1898.

  29. Okajima, K.: Contribution à l'étude de l'organ de l'ouie chez Urodèles. Archives de Biol. 25 (1910).

  30. Pawlow, J. P.: Die höchste Nerventätigkeit. (Das Verhalten von Tieren). München 1926.

  31. Piper, H.: Aktionsströme vom Gehörorgan der Fische bei Schallreizung. Zbl. Physiol. 20 (1911).

  32. Retzius, G.: Das Gehörorgan der Wirbeltiere. I. Das Gehörorgan der Fische und Amphibien. Stockholm 1881.

  33. Scharrer, E.: Die Bedeutung der Seitenlinienorgane bei Amphibienlarven. Natur u. Mus. 62, 42–45 (1932).

    Google Scholar 

  34. Stetter, H.: Untersuchungen über den Gehörsinn der Fische, besonders von Phox. laev. und Amiur. nebul. Ref. Z. vergl. Physiol. 9, 339–477 (1929).

    Google Scholar 

  35. Wohlfahrt, Th. A.: Ein neuer Versuch über das Tonunterscheidungsvermögen der Fische. Verh. dtsch. zool. Ges. 1936, 135–140.

  36. Yerkes, R. M.: Bahnung und Hemmung der Reaktionen auf taktile Reize durch akustische Reize beim Frosch. Pflügers Arch. 107 (1905).

Download references

Author information

Authors and Affiliations

Authors

Additional information

D 19. Die Arbeit wurde von Herrn Prof. v. Frisch angeregt und geleitet.

Rights and permissions

Reprints and permissions

About this article

Cite this article

Ferhat-Akat, S. Untersuchungen über den Gehörsinn der Amphibien. Z. f. vergl. Physiologie. 26, 253–281 (1938). https://doi.org/10.1007/BF00338933

Download citation

  • Received:

  • Issue Date:

  • DOI: https://doi.org/10.1007/BF00338933

Navigation