Die nichtdepolarisierenden Relaxantien d-Tubocurarin, Dimethyl-d-tubocurarin, Toxiferin, Diallylnortoxiferin und Gallamin wurden paarweise isodynam gemischt in den 10 möglichen Kombinationen an isolierten Phrenicus-Zwerchfellpräparaten in vitro untersucht.
Am Ratten- und Mäusezwerchfell wirkten 7 Kombinationen signifikant überadditiv; nur die Kombination von d-Tubocurarin mit Dimethyl-d-tubocurarin oder mit Gallamin ergab an beiden Präparaten einfache Addition; die Mischung von Diallylnortoxiferin mit Gallamin wirkte am Mäusezwerchfell additiv, am Rattenpräparat signifikant unteradditiv.
Die Faktoren, um die sich die Wirkungsstärke der Substanzen in Kombination multiplizierte, stimmten bei Mäusen und Ratten weitgehend überein. Die Wirkung wurde maximal auf das 2 1/2 fache verstärkt.
Im Vergleich zu früheren Versuchen in vivo waren die überadditiven Wirkungen an den isolierten Nerv-Muskelpräparaten in vitro stärker ausgeprägt.
Die Untersuchungen ergeben, daß die früher von uns bei Mensch und Tier beobachteten Überadditionen primär im Bereich des Muskels zustande kommen. Daneben können unterschiedlich starke Wirkungen auf Ausscheidung oder enzymatischen Abbau, auch auf Muskelspindeln oder außerhalb des Muskels gelegene stumme Receptoren höchstens von untergeordneter Bedeutung sein.