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Neue Politische Literatur

, Volume 64, Issue 3, pp 629–631 | Cite as

Oehmig, Richard: „Besorgt mal Filme!“. Der internationale Programmhandel des DDR-Fernsehens, 223 S., Wallstein, Göttingen 2017.

  • Anke FiedlerEmail author
Rezension 20. Jahrhundert

Funktionale Differenzierung ist kein Alleinstellungsmerkmal kapitalistischer Mediensysteme. Das zeigt Richard Oehmig in seiner an der Humboldt-Universität zu Berlin verteidigten Promotionsschrift am Beispiel des Programmhandels des DDR-Fernsehens. Auch die Mediensysteme der zentralistisch gelenkten Staaten des sozialistischen Lagers kennzeichneten sich durch eine gewisse Logik der Eigendynamik und Selbstorganisation – sowohl intern, um sich von anderen Teilsystemen emanzipieren zu können (etwa das DDR-Fernsehen vom Film- und Lichtspielwesen), als auch extern, um wirtschaftlich, technologisch sowie im Kampf um die Sympathien des Publikums konkurrenz- und damit „überlebensfähig“ zu bleiben. Folgerichtig kommt Oehmig am Ende seiner Arbeit zu dem Schluss, dass das DDR-Fernsehen der 1980er Jahre seine „sozialistische Spezifik“ zur Primetime weitgehend verloren und sich „immer mehr dem ‚feindlichen‘ Fernsehen von ARD und ZDF“ angeglichen habe (S. 195). Nicht ganz neu ist diese Erkenntnis...

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© Gesellschaft zur wissenschaftlichen Förderung politischer Literatur e.V. and the Author(s) 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.MünchenDeutschland

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