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Neue Politische Literatur

, Volume 64, Issue 3, pp 592–594 | Cite as

Ahlheim, Hannah: Der Traum vom Schlaf im 20. Jahrhundert. Wissen, Optimierungsphantasien und Widerständigkeit, 695 S., Wallstein, Göttingen 2018.

  • Angela SchwarzEmail author
Rezension 20. Jahrhundert
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Thomas Edison ist nur einer der sogenannten Selfmade-Men, von dem Geschichten überliefert sind, in denen er seinen Angestellten eine kurze Nachtruhe von höchstens drei oder vier Stunden Schlaf als Grundlage seines Erfolgs vorhielt. Jeder, der länger schlafe, werde es nie zu etwas bringen. Den Angestellten war jedoch ebenfalls hinlänglich bekannt, dass Edison im Labor über seinen Apparaturen wiederholt einschlief. Es ließe sich mühelos ein umfangreiches Buch allein über das Thema dieser Ideologie des kurzen (Nacht‑)Schlafs im Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert für eines der rasch expandierenden Industrieländer schreiben. Ebenso mühelos käme eine entsprechende Studie zustande für die heutige Zeit, in der es bei dem Wunsch nach einer permanenten Verfügbarkeit rund um die Uhr, aktueller formuliert „24/7“, nicht mehr nur um Leistungsfähigkeit und beruflichen Erfolg, sondern mindestens ebenso sehr um Selbstverwirklichung und umfassende, nach individuellen Bedürfnissen gestaltete Teilhabe...

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© Gesellschaft zur wissenschaftlichen Förderung politischer Literatur e.V. and the Author(s) 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.SiegenDeutschland

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