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Deutsch-namibische Erinnerungspolitik

  • Christiane BürgerEmail author
Rezension 21. Jahrhundert
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Kößler, Reinhart/Melber, Henning: Völkermord – und was dann? Die Politik deutsch‐namibischer Vergangenheitsbearbeitung, 176 S., Brandes & Apsel, Frankfurt a. M. 2017.

Jahrelang verweigerte sich die Bundesregierung den Forderungen der Ovaherero und Nama nach einer Anerkennung des Genozids, nach Entschuldigung und Entschädigung. Als sich 2004 die damalige Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul in Namibia für die Verbrechen, „die man heute als Völkermord bezeichnen würde“, entschuldigte, wurde dies seitens der Regierung schnellstens als private Äußerung abgetan. Die politische Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte wurde in den nachfolgenden Jahren vermieden und die Bezeichnung „Völkermord“ galt als Tabu. Erst als die Bundesregierung im Jahr 2015 den Genozid an den Armeniern und Armenierinnen anerkannte, fand der Begriff „Völkermord“ auch für die Ovaherero und Nama in einer Regierungspressekonferenz Anwendung. Bislang ist jedoch noch offen, welche Konsequenzen...

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© Gesellschaft zur wissenschaftlichen Förderung politischer Literatur e.V. and the Author(s) 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.BerlinDeutschland

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