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Geriatrie-Report

, Volume 14, Issue 4, pp 49–49 | Cite as

Herz- und und Nierenschutz für Patienten mit Typ-2-Diabetes

  • Angelika Bischoff
Industrieforum
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Ein Typ-2-Diabetes verkürzt die Lebenserwartung erheblich: Hat ein 60-jähriger Mensch einen Diabetes, wird er 6 Jahre kürzer leben als ein Gleichaltriger ohne Diabetes. Ein 60-Jähriger Diabetiker, der zusätzlich koronarkrank ist, wird sogar um 12 Jahre kürzer leben. Deshalb muss die Therapie das kardiovaskuläre Risiko senken. Heute gibt es Antidiabetika, die genau dies können.

Eines der herzschützenden Antidiabetika ist der SGLT-2-Hemmer Empagliflozin (Jardiance®). Die EMPA-REG-OUTCOME-Studie hat bei Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko nachgewiesen, dass Empagliflozin eine Reihe von kardiorenalen Endpunkten signifikant senkt. Besonders deutlich fiel dieser Effekt für die kardiovaskuläre Mortalität aus, die in der Empagliflozin-Gruppe um 38% geringer war als in der Placebo-Gruppe. Der Unterschied zwischen den Gruppen wurde schon sehr frühzeitig deutlich. Dies sieht Prof. Baptist Gallwitz, Endokrinologe am Universitätsklinikum Tübingen, als klaren Hinweis darauf, dass es sich nicht um einen Effekt handeln kann, der auf der verbesserten Glukosekontrolle beruht. Denn dann würde er sich viel später bemerkbar machen.

Auch das Risiko für eine Hospitalisierung wegen Herzinsuffizienz war in der Empagliflozin-Gruppe signifikant um 35% geringer und das Risiko für beide Endpunkte zusammen um 34%. Patienten mit vorbestehender Herzinsuffizienz hatten einen ähnlichen Nutzen wie solche ohne Herzinsuffizienz. Schließlich senkte Empagliflozin auch das Risiko für ein Neuauftreten oder eine Verschlechterung einer Niereninsuffizienz signifikant um 39%.

Während der HbA1c-Wert unter der höheren eingesetzten Dosis (25 mg) stärker abfiel als unter der geringeren (10 mg), zeigte der nephroprotektive Effekt keine Dosisabhängigkeit. Auch das sei ein Beleg dafür, dass der Organschutz auf anderen Mechanismen beruhen muss, sagte Prof. Roland Schmieder, Klinikum Nürnberg Süd am Universitätsklinikum Erlangen.

Antidiabetikum senkt die arterielle Steifigkeit

Nach Untersuchungen von Schmieder führt Empagliflozin zu einer Abnahme des Widerstands am Vas efferens, während der afferente Widerstand unverändert bleibt. Dies erkläre auch den initialen geringen Abfall der eGFR, der auch in der EMPA-REG-OUTCOME-Studie beobachtet wurde. „Dies ist ein physiologisches hämodynamisches Phänomen und sollte niemand beunruhigen“, so Schmieder. Der Nephrologe fand außerdem, dass Empagliflozin den zentralen Pulsdruck senkt und damit die arterielle Steifigkeit vermindert.

Literatur

  1. Pressekonferenz „Typ-2-Diabetes als Multiorganerkrankung: Übergreifende Therapieoptionen und neue Daten zu Empagliflozin“, EASD-Kongress, Barcelona, 16. September 2019, Veranstalter: Boehringer Ingelheim, LillyGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Angelika Bischoff
    • 1
  1. 1.

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