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Geriatrie-Report

, Volume 14, Issue 4, pp 47–47 | Cite as

Tabuthema in der Sprechstunde: „Sexualität kommt in der Altersmedizin noch zu kurz“

  • Springer Medizin
Meldungen der DGG
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Viele Senioren wollen ein erfülltes Sexleben haben, und zwar bis ins hohe Alter. Wie kann man damit in der Geriatrie und in Pflegeheimen umgehen? Wie lässt sich dieser Wunsch mit Krankheiten und anderen Einschränkungen in Einklang bringen?

„Jeder Mensch hat einen eigenen persönlichen Zugang zur Sexualität, auch Ärztinnen und Ärzte. Wir befragen unsere Patientinnen und Patienten zu allen möglichen gesundheitlichen Problemen, über ihre Sexualität wissen wir aber meist kaum etwas“, sagt Dr. Annette Ciurea, Leitende Ärztin an der Universitären Klinik für Akutgeriatrie im Stadtspital Waid in Zürich. In ihren Augen ist Sexualität aber ein wichtiger Baustein des „Successful Aging“, der bisher zu kurz kommt. „In der Berliner Altersstudie BASE hat man etwa festgestellt, dass die sexuelle Aktivität im Alter zurückgeht, der Wunsch nach Intimität aber durchaus bestehen bleibt“, so Ciurea. Dabei gehe es nicht nur um den Geschlechtsakt selbst, sondern vor allem um das Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Berührung. Der körperliche Kontakt von vielen Patientinnen und Patienten in Pflegeheimen und geriatrischen Abteilungen beschränke sich aber meist auf Dinge wie Körperpflege und Essenseingabe. Hinzu kommen viele Barrieren, die mit dem Älterwerden zu tun haben: Der Körperbau verändert sich, die Menopause tritt ein, chronische Erkrankungen wie Diabetes nehmen zu. Medikamente können die Libido negativ beeinflussen.

Auch Hochbetagte wünschen sich Intimität.

© bananajazz / Getty Images / iStock

Mögliche Strategien im Umgang mit Sexualität in der Geriatrie

„Geriater und Geriaterinnen sollten das Thema offen ansprechen und nach Bedürfnissen fragen.“ Auch sei es wichtig, Sexualität als einen Bestandteil von Successful Aging zu begreifen. „Wir Altersmediziner sollten uns außerdem bewusst sein, dass unsere eigene Sexualität den Umgang mit diesem Thema in Bezug auf unsere Patientinnen und Patienten beeinflusst.“ Dr. Ciurea ist gespannt auf die Fragerunde nach ihrem Vortrag. „Denn zu diesem Thema kann grundsätzlich jede Kollegin und jeder Kollege mit Erfahrungen und Fragen beitragen.

Literatur

  1. Pressemeldung der Deutschen Gesellschaf für Geriatrie vom 27.08.2019Google Scholar

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