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Geriatrie-Report

, Volume 14, Issue 3, pp 50–50 | Cite as

Neue Behandlungsempfehlungen

Diabetes-Stufentherapie richtet sich nach Patientencharakteristika

  • Beate Schumacher
Industrieforum
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Die kardiovaskulären Sicherheitsstudien für die neueren Antidiabetika haben die Behandlung des Typ-2-Diabetes verändert. Bei der Eskalation nach Metformin werden jetzt vier Patientengruppen unterschieden. Orale Dreifachtherapien haben an Bedeutung gewonnen.

_ Die im Jahr 2008 von der FDA (Food and Drug Administration) geforderten Studien zur kardiovaskulären Sicherheit der neuen Antidiabetika haben die Welt der Diabetologen verändert, wie Prof. Baptist Gallwitz vom Universitätsklinikum Tübingen beim Internistenkongress darlegte. DPP-4-Inhibitoren haben sich in diesen Untersuchungen mit Blick auf kardiovaskuläre Erkrankungen und Tod als sicher erwiesen. Für drei SGLT-2-Hemmer und drei GLP-1-Rezeptoragonisten gibt es sogar erstmals fundierte Daten, die eine kardiovaskuläre Überlegenheit belegen, so Gallwitz. Die europäische und die amerikanische Diabetesgesellschaft haben sich deswegen veranlasst gesehen, ihre gemeinsame Empfehlung zu überarbeiten und neue Vorgaben für die Stufentherapie zu machen.

Die medikamentöse Primärtherapie bleibt weiterhin Metformin. Patienten, die damit nicht ausreichend behandelt sind und an arteriosklerotischen kardiovaskulären Erkrankungen leiden, sollen einen GLP-1-Agonisten oder einen SGLT-2-Hemmer erhalten, so Prof. Monika Kellerer vom Marienhospital Stuttgart. Bei Herz- oder Niereninsuffizienz werden primär SGLT-2-Hemmer und alternativ GLP-1-Agonisten empfohlen. Bestehen keine Vorerkrankungen, stehen bei Übergewicht die gewichtssenkenden GLP-1-Agonisten und SGLT-2-Hemmer an erster Stelle, danach die gewichtsneutralen DPP-4-Hemmer; zur Vermeidung von Hypoglykämien werden DPP-4- und SGLT-2-Hemmer sowie GLP-1-Agonisten gleichrangig empfohlen.

Orale Dreifachtherapie empfohlen

Auch orale Dreifachtherapien seien gewünscht und empfohlen, so Gallwitz. Was die Kombination etwa aus Metformin, DPP-4- und SGLT-2-Inhibitor attraktiv mache, seien die sich ergänzenden Wirkmechanismen von glukoseabhängiger Insulinsekretion und vermehrter Glukoseausscheidung über den Urin und deren annähernd additiver Effekt auf den HbA1c. In der Studie VERTIS SITA 2 sanken durch Zugabe von Ertugliflozin zu einer Therapie mit Sitagliptin und Metformin nach einem Jahr sowohl der HbA1c als auch Blutdruck und Gewicht. Ertugliflozin ist als erster SGLT-2-Hemmer in Fixkombination mit einem DPP-4-Hemmer verfügbar (mit Sitagliptin als Steglujan®).

Literatur

  1. Symposium „Typ-2-Diabetes — ein Krankheitsbild mit schwerwiegenden Folgen und die Bedeutung des Hausarztes für eine effiziente Therapie“, 125. Kongress der DGIM, Wiesbaden, 6. Mai 2019, MSD Sharp & DohmeGoogle Scholar

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© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Beate Schumacher
    • 1
  1. 1.

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