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Geriatrie-Report

, Volume 14, Issue 3, pp 10–10 | Cite as

Erkennen, wo es hakt

Senioren profitieren von individualisierter Asthma-Schulung

Medizin aktuell
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Ältere Patienten bekommen trotz Anleitung zum Selbstmanagement ihr Asthma häufig schlechter in den Griff als junge. Wie sich das ändern lässt, haben US-amerikanische Wissenschaftler untersucht.

Um bei Senioren die Asthmakontrolle zu verbessern, ist eine maßgeschneiderte Unterstützung nötig, wie US-amerikanische Mediziner berichten. Sie hatten 406 Patienten > 60 Jahre mit unkontrolliertem Asthma zwölf Monate lang entweder ambulant oder stationär nach dem sog. SAMBA-Protokoll betreut oder im Rahmen der üblichen Schulung an das Selbstmanagement herangeführt. Im Zuge der SAMBA-Intervention wurden zunächst nach psychosozialen, physischen, kognitiven und umweltbedingten Barrieren für ein gutes Selbstmanagement gesucht und versucht, diese abzubauen. Bei einem Patienten etwa war neben einer inkorrekten Inhalationstechnik das zeitweise Absetzen der Medikamente als Problem ausgemacht worden. Diese war in den Medikamentenkosten sowie in der Fehleinschätzung des Patienten begründet, dass Asthma keine chronische, sondern eine periodisch auftretende Erkrankung sei. In der Folge wurde die Kostenübernahme beantragt und der Patient ausführlich über den chronischen Verlauf von Asthma sowie die Verwendung von Kontroll- und Notfallmedikamenten aufgeklärt.

Hat Sie ihr Asthma im Griff?

© Claudia Paulussen / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

Die Patienten der SAMBA-Interventionsgruppen unterschieden sich hinsichtlich demografischer Faktoren, Begleiterkrankungen und Asthmakontrolle zu Beginn nicht von denen der Kontrollgruppe. Das Asthma war bei allen ähnlich schlecht eingestellt (mittlerer Asthma Control Test[ACT]-Score: 14,8 vs. 14,3) und die Lebensqualität eher gering (mittlerer Mini Asthma Quality of Life Questionnaire [mAQLQ]-Score: 4,4 vs. 4,3).

Im Studienverlauf hatten sich in der Interventionsgruppe die Asthmakontrolle, die Asthma-bezogene Lebensqualität sowie die Therapietreue (Medication Adherence Rating scale = MARS) stärker verbessert als in der Kontrollgruppe. Während der MARS-Score in der SAMBA-Gruppe innerhalb von zwölf Monaten von 3,6 auf 3,9 gestiegen ist, blieb er in der Kontrollgruppe unverändert bei 3,8. SAMBA-Patienten mussten außerdem seltener notfallmäßig versorgt werden als Kontrollpatienten (6,2% vs. 12,7%; p = 0,01). Für den ACT-Score und den mAQLQ-Score war der Unterschied nur nach drei und sechs Monaten signifikant, nach zwölf Monaten nicht mehr.

Literatur

  1. Federman A D et al. Effect of a Self-management Support Intervention on Asthma Outcomes in Older Adults. The SAMBA Study Randomized Clinical Trial. JAMA Intern Med 2019;  https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2019.1201CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • dk
    • 1
  1. 1.

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