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Geriatrie-Report

, Volume 14, Issue 3, pp 10–10 | Cite as

Ursachensuche vernachlässigt

Wird alten Patienten zu rasch ein Schlafmittel verschrieben?

Medizin aktuell

Mit dem Alter nehmen die Schlafprobleme zu. Der Ursache auf den Grund gegangen wird gemäß einer aktuellen Studie aus Kanada jedoch bei den wenigsten Senioren. Meist wird nur symptomatisch behandelt.

Haben ältere Menschen Ein- und Durchschlafprobleme, sollte zunächst versucht werden, mit nicht pharmakologischen Behandlungsansätzen die Schlafqualität zu verbessern und Sedativa oder Hypnotika nur zurückhaltend einzusetzen. Dafür spricht sich unter anderem das American College of Physicians in seinen Leitlinien aus. In der Praxis jedoch wird mit den Schlafproblemen älterer Menschen meist ganz anders umgegangen, wie Mediziner aus Kanada in einer retrospektiven bevölkerungsbasierten Studie mit insgesamt 30.729 Senioren über 65 Jahren, 56% Frauen und 44% Männer, herausgefunden haben.

Demnach bekam fast jeder fünfte Senior, der sich zum ersten Mal mit Schlafproblemen an seinen Hausarzt wandte, ohne weitere Ursachenforschung ein Rezept für Schlafmittel ausgehändigt. Am häufigsten verschrieben wurden Antidepressiva (52%), gefolgt von Benzodiazepinen (50%) und Antipsychotika (2%). Nur 12% der Senioren wurden an einen Spezialisten überwiesen und bei 8,4% wurde eine Schlafanalyse durchgeführt. Weiterführende Untersuchungen wurden häufiger bei Männern als bei Frauen initiiert. Umgekehrt bekamen Frauen bei der erstmaligen Diagnose von Schlafproblemen eher ein Rezept ausgehändigt als Männer.

Literatur

  1. Pop P et al. Management of Sleep Disorders in Community-Dwelling Older Women and Men at Time of Diagnosis. J Am Geriatr Soc 2019;  https://doi.org/10.1111/jgs.16038

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • dk
    • 1
  1. 1.

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