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Pflegezeitschrift

, Volume 71, Issue 9, pp 64–64 | Cite as

Clusterkonferenz „Zukunft der Pflege“

  • Adrienne Henkel
Impuls der Wissenschaft

Wie neueste Technik Pflegende in ihrem Berufsalltag unterstützen kann, war das Thema der 1. Clusterkonferenz „Zukunft der Pflege“ in Oldenburg. Dort wurden zusammen mit Akteuren aus Wissenschaft und Praxis der Fachbereiche Pflegewissenschaft, Informatik und Technik innovative Ansätze diskutiert.

Der Einsatz neuer Technik ist eine Möglichkeit, den Arbeitsalltag von Pflegenden zu verbessern. In den letzten Jahren wurden viele technologische Entwicklungen im Pflegekontext vorangetrieben. Deren Integration in den pflegerischen Alltag erfolgte bislang jedoch nur punktuell. Mit der Clusterkonferenz „Zukunft der Pflege“ soll eine jährlich stattfindende Plattform für Akteure aus Pflegewissenschaft, -wirtschaft und Praktikern entstehen. Alle sind zur Diskussion aufgefordert, um die Entwicklungen zu reflektieren. Die dreitägige Veranstaltung wurde von dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Pflegeinnovationszentrum (PIZ) ausgerichtet. Die Leitvorträge kamen aus der Pflegewissenschaft und Informatik.

Als Referentin des BMBF betonte Gabriele Albrecht-Lohmar in ihrer Auftaktrede, dass es darum ginge, die Technik zum Menschen zu bringen und nicht, Pflegende zu ersetzen. Vielmehr sollen die Versorgung der Patienten und die Arbeitsbedingungen für Pflegende verbessert werden.

Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler vom Lehrstuhl Gemeindenahe Pflege und Dekan der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar machte mit seinem Beitrag zu ethischen Aspekten im Kontext der technischen Innovationen in der Pflege den Auftakt. Dr. Ing. Serge Autexier, Leiter des Bremer Ambient Assisted Living Labs, den zu unterstützenden High Tech Lösungen im Alltag, stellte ein Waschbecken vor, das seine Höhe automatisch dem Nutzer, der beispielsweise im Rollstuhl sitzt, anpassen kann. Und den Rollator, der autonom eine Parkposition aufsucht, nachdem sein Nutzer seinen Sitzplatz eingenommen hat und auf Wunsch zurückkehrt. Prof. Dr. Björn Sellemann von der FH Münster (Pflegewissenschaftler und Professor für Nutzerorientierte Gesundheitstelematik und assistive Technologien) sprach über die Rolle der Pflegewissenschaft im Prozess der Digitalisierung und Technisierung im Gesundheitswesen.

In über 50 Beiträgen wurden intelligente Technologien wie Gamification, ein spielerisches Anreizsystem zur Erhöhung der Bereitschaft zur Händehygiene oder der Einsatz von Virtuell Reality Brillen im Kontext der Aus- und Weiterbildung von Pflegenden, die während der pflegerischen Versorgung Informationen zum Patienten und zu Handlungsabläufen einblenden, vorgestellt.

Über 180 Teilnehmende hatten die Möglichkeit, in neun Demo-Sessions die Technologien zu erleben. So wurde der assistierende Rotoberarm für die Versorgung von Wunden vorgeführt. Oder ein Alarmsystem, das Pflegenden in der Klinik den personalisierten Patientenalarm auf ein mobiles Device mit einem vibrierenden Alarmdisplay sendet, um die Lärmemission durch akustische Alarme zu reduzieren.

Die technischen Unterstützungen zeigten sich sehr vielschichtig, sowohl in ihren Ansätzen als auch im Umsetzungsgrad. In diesem Kontext wurde auf die wichtige Rolle, die Pflegende in dem Entwicklungsprozess von Technologien haben, hingewiesen. Pflegende sollten sich deshalb aktiv in den Entwicklungsprozessprozess von Beginn an einbringen. Nur so kann erreicht werden, dass technische Entwicklungen einen Mehrwert für Patienten und Pflegende darstellen und Anwendung im Alltag finden.

Quelle

  1. Clusterkonferenz „Zukunft der Pflege“; Oldenburg, 4.–6.6.2018.Google Scholar

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© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Adrienne Henkel
    • 1
  1. 1.

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