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Pflegezeitschrift

, Volume 71, Issue 9, pp 8–8 | Cite as

Pflegeberufe drohen zu überaltern,

Politik ist gefordert, umgehend Taten zu schaffen
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Wie kaum eine andere Branche sind die Pflegeberufe doppelt von den gesellschaftlichen Veränderungen betroffen: Neben einem immer älter werdenden Klientel werden auch die Pflegenden selbst immer älter. Weil in den Pflegeberufen der Nachwuchs fehlt, überaltert eine ganze Berufsgruppe. Darauf weist der DBfK Nordwest in einer gemeinsamen Mitteilung mit der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein hin.

Das Problem zeigt sich besonders deutlich anhand aktueller Zahlen der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein sowie Zahlen der Bertelsmann Stiftung aus 2012: Der Bedarf an Pflegefachpersonen wird in Schleswig-Holstein bis 2030 um ca. 50% steigen, während im selben Zeitraum ca. 40% der bisher registrierten Pflegenden altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden werden. „Die Daten der Pflegeberufekammer machen den Ernst der Lage deutlich: Fast 40% der Pflegefachpersonen sind heute schon älter als 50. Wir müssen davon auszugehen, dass ein Großteil davon den Beruf bereits vor Eintritt in das regelhafte Rentenalter verlässt. Hinzu kommt ein Nachwuchsproblem, denn von den 21.441 registrierten Mitgliedern sind gerade mal 13% zwischen 19 und 30 Jahre alt“, so Swantje Seismann-Petersen, stellv. Vorsitzende des DBfK Nordwest und Mitglied der Kammerversammlung.

Es ist also dringend geboten, den immer wiederkehrenden Forderungen nach mehr Anerkennung für Pflegende auch Taten folgen zu lassen. Bei der Gestaltung von Arbeitsbedingungen für Pflegende muss es vor allem darum gehen, dass endlich ein gesundes Altern im Beruf möglich wird — und zwar nicht mit einer Teilzeitbeschäftigung, sondern in Vollzeit. Nur so kann der ständige Verlust von pflegefachlicher Kompetenz und Pflegepersonal verhindert werden.

Dass es mehr Pflegefachpersonen braucht, um dem wachsenden Bedarf an Pflegeleistungen gerecht zu werden, ist unstrittig. Um diese zu gewinnen, muss der Pflegeberuf aber auch als attraktive Alternative zu anderen Berufen wahrnehmbar sein. Dazu gehören — neben einer guten Personalausstattung — auch eine leistungs- und verantwortungsgerechte Vergütung und Entwicklungsperspektiven. Hierfür ist ein entschiedener Richtungswechsel auf allen Ebenen der Politik notwendig. Dann lohnt sich auch der Aufbau weiterer Ausbildungsplätze, der notwendig ist, um dem Bedarf an Pflegenden in Schleswig-Holstein begegnen zu können.

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