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Pflegezeitschrift

, Volume 71, Issue 8, pp 15–15 | Cite as

Für eine sichere pflegerische Versorgung von Kindern

  • Springer Medizin
Pflegemanagement
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Als pflegesensitiver Bereich gilt die Intensivmedizin — für die Pflege der kleinen Patienten wird hier deutlich mehr Personal als in der Erwachsenenversorgung benötigt.

© kadmy / Getty Images / iStock

Auszüge aus dem Positionspapier der verbändeübergreifenden Arbeitsgruppe „Pflegepersonaluntergrenzen in der stationären Kinder- und Jugendmedizin“ vom 8.6.2018

(...) Ca. 8-10% der stationär im Krankenhaus behandelten Patienten in Deutschland sind Kinder und Jugendliche (...). Da in dem o. g. Zwischenbericht Kinder und Jugendliche keine Erwähnung finden, weisen wir mit diesem Positionspapier auf Besonderheiten bei der künftigen Planung von Pflegepersonaluntergrenzen hin und erwarten trotz der knappen Zeitschiene eine entsprechende Berücksichtigung.
  1. 1.

    Im europäischen Vergleich der Anzahl von PatientInnen pro Pflegekraft liegt Deutschland auf Platz 11 von 12 (Einsatzdichte im Tagdienst). (...)

     
  2. 2.

    Grundsätzlich wird in der DRG Kalkulation der InEK Häuser ein IST-Zustand abgebildet, der diese weit unterdurchschnittliche Personalausstattung im Pflegedienst repräsentiert. (...)

     
  3. 3.
    Zusätzliche Faktoren im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin, die im Kalkulationssystem systembedingt nicht abgebildet werden können, sind
    1. (A)

      besonders hohe Vorhaltekosten

       
    2. (B)

      hohe Notfallquote (vierfach höher als für erwachsene Patienten)

       
    3. (C)

      höhere Bauinvestitionskosten pro Bett (Begleitpersonen)

       
    4. (D)

      rund 30% Kurzlieger

       
     
  4. 4.

    (...) Vielmehr besteht die Gefahr, Fehlanreize i. S. von Personalabbau zu setzen (Abwärtsspirale). Die Personaluntergrenze wird dann ggf. als Personalobergrenze interpretiert.

     
  5. 5.

    Eine Gesamthausbetrachtung als Interimslösung birgt die Gefahr, dass ohnehin personalintensive Bereiche wie die Kinder- und Jugendmedizin, falsch gewichtet werden.

     
  6. 6.

    (...) Die pädiatrische Intensivmedizin wird an Kinderkliniken und abteilungen weit überwiegend in organisatorischer Einheit mit der neonatologischen Intensivstation (NICU) betrieben. Die Pflegepersonalausstattung auf einer NICU ist umfassend über die QFR-RL geregelt. Damit wären bei Einführung von Pflegepersonaluntergrenzen für die pädiatrische Intensivmedizin enorme Abgrenzungsprobleme zu erwarten.

     
Die Arbeitsgruppe fordert für die stationäre Versorgung von Kindern und Jugendlichen
  • die Berücksichtigung der speziellen Pflegebedarfe von Kindern und Jugendlichen und Anleitung ihrer Bezugspersonen bei der Festlegung von Pflegepersonaluntergrenzen. Kinder und Jugendliche sind dabei separat — über das Alter oder über die entsprechenden Fachabteilungsschlüssel — zu betrachten.

  • die explizite und zeitlich befristete Ausklammerung der pädiatrischen Intensivmedizin aus den pflegesensitiven Bereichen.

(...) In diesem Zusammenhang weisen wir (...) darauf hin, dass gezielte Verschiebungen von Gesundheits- und KinderkrankenpflegernInnen aus dem dann „nicht pflegesensitiv“ definierten Bereich Kinder- und Jugendmedizin in die bislang definierten pflegesensitiven Bereiche für Erwachsene verhindert werden müssen.

Am 23.05.2018 ist das Eckpunktepapier „Sofortprogramm Kranken- und Altenpflege“ des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) vorgestellt worden. Damit ist die Ausweitung von Pflegepersonaluntergrenzen auf alle bettenführenden Abteilungen des Krankenhauses absehbar.

Um die Berücksichtigung der speziellen Pflegebedarfe von Kindern und Jugendlichen sicherzustellen, erwarten wir die Einbindung in den weiteren Prozess und stehen mit konstruktiven Vorschlägen zur Verfügung.

(Anm. d. Red.: Bei Redaktionsschluss wurde bekannt, dass der GKV-Spitzenverband und die DKG die Vorgabe 30. Juni 2018 für die Benennung von Personaluntergrenzen für (besonders) pflegesensitive Bereiche nicht einhalten können.)

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Authors and Affiliations

  • Springer Medizin

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