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Pflegezeitschrift

, Volume 70, Issue 9, pp 6–6 | Cite as

Mangelware Intensivpflegekräfte

Deutsche Krankenhausgesellschaft legt Gutachten vor
MELDUNGEN

Den Kliniken gehen die Intensivpflegekräfte aus. Jedes zweite Krankenhaus (53%) hat Probleme, entsprechende Stellen zu besetzen. Bei den großen Häusern sind es sogar 68%. Das geht aus einem Gutachten hervor, das die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) in Berlin präsentiert hat. Insgesamt sind bundesweit 3.150 Stellen für Intensivpflegekräfte offen. Die vorgegebene Fachkraftquote von mindestens 30% erreichen drei Viertel der Intensivstationen.

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Aus Sicht der DKG ist die Patientenversorgung dennoch „objektiv gut“. Eine Pflegevollkraft versorgt laut Gutachten pro Schicht durchschnittlich 2,2 Patienten. Die von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) geforderte Quote von zwei Fällen pro Schicht werde damit im Mittel erreicht. Die DKG sieht vor allem Politik und Kostenträger in der Pflicht, dem Fachkräftemangel zu begegnen. „Wer mehr Personal und Personaluntergrenzen fordert, muss auch die Refinanzierung sichern“, so DKG-Präsident Thomas Reumann.

Zweifel an der guten Versorgungssituation hegen sowohl Gewerkschaften als auch Pflegeverbände. „Nichts ist gut in der Intensivpflege“, kritisiert Sylvia Bühler, Bundesvorstandsmitglied von Verdi. Aus Berichten von Beschäftigten und vorliegenden Gefährdungsanzeigen werde deutlich, dass ein Verhältnis von 1:3 Pflegekraft-zu-Patienten eher die Regel als eine Ausnahme sei. „Statt den Fachkräftemangel in der Pflege zu beklagen, muss zügig gehandelt werden“, erklärt Bühler mit Verweis auf die Arbeits- und Ausbildungsbedingungen. Die DKG sei bei den Verhandlungen zu Personaluntergrenzen gefordert, endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Notwendig sind aus Sicht der Gewerkschaft Vorgaben, die Sicherheit für die Patienten und Entlastung für die Beschäftigten bringen.

Die Grundlage für das Gutachten der DKG bildeten die Daten von bundesweit 314 Krankenhäusern. Diese gaben im Herbst 2016 Auskunft zur Personalsituation auf ihren Intensivstationen.

Literatur

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© Springer Medizin Verlag GmbH 2017

Authors and Affiliations

  • ne
    • 1
  1. 1.

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