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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 9, Issue 4, pp 59–59 | Cite as

Kopfschutz beim Fahrradfahren

Schon vom Kopf-Airbag gehört?

  • Susanne Herda
  • Swetlana Meier
Aus den Verbänden DGU
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Jedes Frühjahr geht zum Start der Fahrradsaison die Anzahl der verletzten Radfahrer in unseren Notaufnahmen nach oben. „Oft ist der Kopf betroffen. Daher: Helm auf beim Fahrradfahren!“, rät Prof. Dr. Paul Alfred Grützner, Präsident der DGOU und der DGU. Aktuell liegt die Helmtragequote über alle Altersgruppen hinweg bei durchschnittlich 18 %. „Das ist zu wenig“, meint Dr. Christopher Spering, Leiter der DGOU-Sektion Prävention und Oberarzt an der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Die Gründe, warum Menschen keinen Helm tragen, sind vielfältig. Manche finden ihn unhandlich, andere halten ihn für wenig schick oder fürchten um ihre Frisur.

Kopf-Airbag — eine Alternative

Abhilfe könnte hier der noch wenig bekannte Kopf-Airbag schaffen, der wie eine Halskrause um den Hals getragen wird. Bei einem Unfall, beispielsweise einem Zusammenprall mit einem PKW, wird der mit Sensoren versehene Airbag aufgeblasen und ähnelt dann einem Vollintegralhelm, der zusätzlich zum Kopf auch den Hals- und Unterkieferbereich fest umschließt. Autoren der Stanford University bescheinigten dem Kopf-Airbag in einer Studie ein bis zu achtfach niedrigeres Risiko von Gehirnerschütterungen gegenüber einem Helm. „Der Airbag dämmt bei einem Unfall den Aufprall des Kopfes und stabilisiert die Halswirbelsäule, sodass sich die Gefahren eines Schädel-Hirn-Traumas und eines Schleudertraumas der Halswirbelsäule reduzieren“, so Spering.

Nicht an falscher Stelle sparen

Der Kopf-Airbag wird um den Hals gelegt und mit einem Reißverschluss geschlossen. Über einen Druckknopf am Reißverschluss muss bei aufgeladenem Akku vor jeder Fahrradfahrt das Sicherheitssystem aktiviert werden. „Viele kaufen sich teure E-Bikes und sparen dann an einem Kopfschutz. Ob Airbag oder Fahrradhelm — entscheidend ist, dass der Kopf beim Fahrradfahren geschützt wird“, sagt Fahrradunfallforscher und DGOU-Präventionsexperte PD Dr. Christian Juhra aus der Klinik für Unfall-, Hand und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Münster. Gerade für E-Bike-Fahrer lohnt es sich, einen Kopf-Airbag in Erwägung zu ziehen: „Denn das regelmäßige Aufladen des Airbags über ein USB-Kabel, das von manchen als Nachteil empfunden wird, lässt sich ohne großen Mehraufwand mit dem Aufladen des E-Bikes verbinden. Auch bei diesem muss der Akku regelmäßig an die Steckdose, sodass beide Akkus in einem Arbeitsgang gefüllt werden können“, sagt Juhra.

Ein Kopf-Airbag wird um den Hals getragen. Bei einem Unfall bläst sich der Airbag wie ein Vollintegralhelm auf.

© Hövding

Tödliche Verletzungen reduzieren

Ein aktivierter Kopf-Airbag oder ein Fahrradhelm dämpfen die bei einem Unfall auf den Kopf einwirkenden Kräfte. Tödliche Hirnverletzungen können um 60 – 70 % reduziert werden. Daten aus dem TraumaRegister DGU® (TR-DGU) zeigen: Bei den lebensgefährlich verletzten Fahrradfahrern ist das schwere Schädel-Hirn-Trauma die Hauptverletzung. Das TR-DGU erfasst im Durchschnitt jährlich zirka 2.500 Radfahrer, die in einem Traumazentrum der Initiative TraumaNetzwerk DGU® intensivmedizinisch versorgt werden müssen — die meisten schweren Unfälle ereignen sich im Zeitraum von April bis September. 2017 gab es nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts 14.123 schwer und 65.104 leichtverletzte Radfahrer. Und 382 Menschen starben bei einem Fahrradunfall.

Susanne Herda

© DGOU

Swetlana Meier

© DGOU

Copyright information

© DGOU und BVOU 2019

Authors and Affiliations

  • Susanne Herda
    • 1
  • Swetlana Meier
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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