Advertisement

Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 9, Issue 4, pp 58–58 | Cite as

Neues Erste-Hilfe-System an DGCH übergeben

„Trauma-Box“ soll Leben retten

  • Susanne Herda
  • Swetlana Meier
Aus den Verbänden DGU
  • 9 Downloads

Die DGU und die Deutsche Traumastiftung (DTS) haben am 11. Juli zur deutschlandweiten Platzierung von Erste-Hilfe-Systemen im öffentlichen Raum aufgerufen. Anlass war die Aufstellung der ersten sogenannten Trauma-Box für Berlin im Haus der Chirurgie in der Luisenstraße 58/59. Damit können Ersthelfer schneller als bisher Blutungen noch am Unfallort stoppen, solange, bis medizinisches Fachpersonal eintrifft. „Verbluten ist bei vielen Unfällen die Todesursache Nummer eins. Die sofortige Verfügbarkeit eines einfachen Sets zur Stillung einer schweren Blutung bedeutet für so manchen Betroffenen Überleben. „Die flächendeckende Verfügbarkeit der Trauma-Box kann in entscheidenden Minuten Leben retten“, waren sich DTS-Präsident Prof. Dr. Thomas Wirth und DGU-Präsident Prof. Dr. Paul Alfred Grützner einig, als sie die Trauma-Box an Prof. Dr. Thomas Schmitz-Rixen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie, übergaben. Dieser sagte: „Dies ist nicht nur eine wichtige praktische Ergänzung der Ersten Hilfe, sondern auch ein wichtiges Signal für unsere Gesellschaft: Im Notfall kann und soll jeder helfen, Leben zu retten.“

Ursprünglich aus der Militärmedizin

Das neu entwickelte Set enthält ein Tourniquet und einen saugfähigen Druckverband. Das Tourniquet stammt ursprünglich aus der militärischen Einsatzmedizin. Aufgrund jüngerer Terroranschläge erfährt es heutzutage auch in der Zivilmedizin wieder zunehmend an Bedeutung. Oberstarzt Prof. Dr. Matthias Helm vom Bundeswehrkrankenhaus Ulm und DTS-Präsidiumsmitglied erklärte die einfache Handhabung: „Die in der Trauma-Box enthaltenen Hilfsmittel sind dank einer anschaulichen Anleitung rasch und sicher auch von medizinischen Laien anwendbar. Das Tourniquet, ähnlich einer Blutdruckmanschette, wird solange festgezogen, bis die Wunde nicht mehr blutet. Der Notfallverband bringt zusätzlich Druck auf die Wunde. Beides verbleibt am Patienten, bis der Rettungsdienst eintrifft. Ersthelfer könnten Betroffene so noch am Unfallort wirkungsvoll versorgen und damit vor dem Verblutungstod retten.“ Denn große Wunden könnten bei massivem Blutverlust schon nach Sekunden zum Tod führen. Maßnahmen zur Blutstillung hätten daher höchste Priorität.

Übergabe der Trauma-Box an die Deutsche Chirurgie im Langenbeck-Virchow-Haus in Berlin: Prof. Dr. Dr. Hans-Joachim Meyer, Generalsekretär DGCH; Prof. Dr. Thomas Schmitz-Rixen, Präsident DGCH; Prof. Dr. Dietmar Pennig, Generalsekretär DGU; Prof. Dr. Paul A. Grützner, Präsident DGU und DGOU, Prof. Dr. Thomas Wirth, Präsident DTS; Prof. Dr. Florian Gebhard, Vizepräsident DTS (v. li.)

© S. Meier / DGOU

Erste Hilfe überall leistbar

Nach und nach sollen die Trauma-Boxen deutschlandweit an Orten mit hohem Menschenaufkommen wie Bahnhöfen, Flughäfen und Einkaufszentren aufgestellt werden — ähnlich den Defibrillatoren gegen Herz-Kreislauf-Stillstand. Eine gesetzliche Pflicht zur Bereitstellung von Trauma-Boxen gibt es nicht: DGU und DTS sprechen sich jedoch dafür aus, dass Unternehmen, Bund, Länder, Kommunen und Gemeinden selbstverpflichtend aktiv werden und das neue System in ihren Einrichtungen zur Verfügung stellen. So könnten sie dazu beitragen, dass Erste Hilfe jederzeit und überall vereinfacht und zugänglicher wird und damit Kollegen, Kunden oder Passanten zu Lebensrettern werden. Schwerverletzte könnten noch vor dem Eintreffen im Krankenhaus von engagierten Bürgern bestmöglich versorgt werden.

Die Idee für die Trauma-Box stammt von Unfallchirurgen und Anästhesisten: „Mit Gründung der Deutschen Traumastiftung wollten wir Verletzungen, also Trauma, bekannter machen. Unter dem Eindruck von Anschlägen in Europa wurde die Idee geboren, eine überall verfügbare Box zu installieren, in der die wichtigsten Hilfsmittel zu Blutstillung zur Verfügung gestellt werden“, sagt Prof. Dr. Florian Gebhard, Gründungspräsident der Deutschen Traumastiftung.

Mehr Informationen: www.dgu-online.de

Copyright information

© DGOU und BVOU 2019

Authors and Affiliations

  • Susanne Herda
    • 1
  • Swetlana Meier
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

Personalised recommendations