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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 9, Issue 2, pp 42–42 | Cite as

Standpunkt des Gesamtvorstandes

BVOU empfiehlt Zurückhaltung bei TI-Einführung

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Aus den Verbänden BVOU
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Der BVOU-Gesamtvorstand hat sich auf seiner diesjährigen Januartagung (siehe Zusammenfassung auf Seite 40 dieser Ausgabe) ausführlich mit der Einführung der Telematikinfrastruktur (TI) befasst. Vertragsärzte sind aufgrund der Regelungen im E-Health-Gesetz gesetzlich verpflichtet, bis zum 1. Juli 2019 ihre Praxis an die TI anzuschließen, um als erste Anwendung das Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) durchführen zu können. Die Einführungsfrist läuft nach mehrmaliger Verlängerung durch den Gesetzgeber derzeit am 30. Juni 2019 ab, allerdings mussten Vertragsärzte schon bis 31. März 2019 die notwendige Ausstattung für den Anschluss an die TI vertraglich verbindlich bestellt und die Anschaffung gegenüber ihrer KV nach-gewiesen haben. Werden die Verpflichtungen zum TI-Anschluss und zur Durchführung des VSDM nicht erfüllt, wird Vertragsärzten das Honorar gemäß § 291 Abs. 2b Satz 14 SGB V pauschal um 1 % gekürzt, und zwar so lange, bis sie das VSDM nach den neuen Vorgaben durchführen können.

Seit Ende März 2019 müssen Vertragsärzte die notwendige Ausstattung für den Anschluss an die TI vertraglich verbindlich bestellt haben.

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Nach umfangreicher Diskussion und Abwägung der aktuell verfügbaren Fakten, insbesondere in Bezug auf die Risiken beim Datenschutz und möglicher Hackerangriffe sowie auf die mit der TI verbundenen Kosten, ist aus Sicht des BVOU-Gesamtvorstands ein Anschluss an die TI für seine Mitglieder zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfehlenswert. Unter den aktuell gegebenen Umständen vertritt der BVOU-Gesamtvorstand die Auffassung, dass eher die gesetzlich vorgesehene Honorarkürzung bei nicht fristgerechtem Anschluss in Kauf genommen werden könne, als die mit dem Anschluss an die TI verbundenen und derzeit noch nicht abschließend geklärten Risiken. Es muss an dieser Stelle jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass sich die Einschätzung des BVOU-Gesamtvorstands zukünftig ändern kann und lediglich eine subjektive Meinung darstellt, sodass für etwaige rechtliche Konsequenzen, die sich aus der Befolgung dieser Empfehlung für den einzelnen Vertragsarzt ergeben können, keine Haftung vom BVOU übernommen wird. Schlussendlich bleibt es nach Abwägung der eigenen konkreten Umstände ausschließlich der freien Entscheidung jedes einzelnen Kollegen überlassen, ob er sich an die TI (fristgerecht) anschließt oder nicht.

Der Gesamtvorstand des Berufsverbands für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V. (BVOU) Stand: Februar 2019

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