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Orthopädie und Unfallchirurgie

, Volume 8, Issue 5, pp 63–63 | Cite as

Besuch im größten Trauma-Zentrum San Francisco

  • Arne Berner
Prisma Unterwegs
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PD Dr. Arne Berner, Charité Berlin, berichtet von seiner Hospitation, die ihm durch ein Reisestipendium der AOTrauma Deutschland ermöglicht wurde.

Mit Unterstützung durch die AOTrauma Deutschland war es mir möglich, Prof. Ted Miclau in San Francisco im Zuckerberg General Hospital and Trauma Center zu besuchen. Das Krankenhaus ist das größte Trauma-Zentrum in der San Francisco Bay Area und versorgt viele Polytraumen. Das gesamte Team um Prof. Miclau hat mich sehr nett aufgenommen und in die Abläufe integriert. Um 7:00 Uhr ging es mit der Morgenbesprechung los, in der die Fälle aus der Nacht sowie kurzfristige Änderungen des OP-Plans besprochen wurden. Im Anschluss wurden entweder die Post-OP-Bilder der letzten Woche besprochen oder der OP-Plan der nächsten Woche. An zwei weiteren Tagen gab es jeweils eine Fortbildung für die Residents mit unterschiedlichen Themen. Es war jederzeit möglich, Fragen zu stellen, was auch von vielen Residents genutzt wurde. Das Team nahm sich viel Zeit für Aus- und Weiterbildung der Ärzte.

Gegen 8:30 Uhr wurde die erste OP gestartet. Das Bemerkenswerte hieran war, dass immer einer der jüngeren Residents, der von einem erfahrenen Resident oder einem der Fellows assistiert wurde, den Zugang machen durfte. Im Laufe der OP kam dann der Attending dazu und dem jüngeren Kollegen wurde weiter assistiert. Hierdurch dauerte die gesamte OP natürlich länger, dies schien jedoch keinen wirklich zu stören, und die Operationen wurden alle sehr ruhig bis zum Ende assistiert. Trotz dieser intensiven Ausbildung waren die postoperativen Ergebnisse sehr gut. Die personelle und auch materielle Ausstattung im OP war im Vergleich zu Deutschland ausgezeichnet. In jedem Saal, in dem Röntgen notwendig war, gab es hierfür einen extra Röntgenassistenten, der ausschließlich den Bildwandler bediente. Auch war meist von jeder Firma ein Vertreter anwesend, dessen Implantate bei der jeweiligen OP benutzt wurden. Direkt angegliedert an die Klinik war eine Forschungsabteilung, die sich intensiv mit dem Thema „Bone regeneration“ befasste. Somit gab es auch hier eine intensive Kommunikation zwischen den Wissenschaftlern und den Klinikern.

An meinen letzten beiden Tagen konnte ich an dem International San Francisco Orthopaedic Trauma Course teilnehmen, der neben guten Vorträgen auch viele praktische Workshops hatte.

Ich habe durch dieses Fellowship sehr interessante Einblicke in ein anderes Gesundheits- und Ausbildungssystem bekommen. Mein Dank gilt Prof. Miclau und seinem Team sowie der AOTrauma für die finanzielle Unterstützung durch das Reisestipendium.

Prof. Dr. Ted Miclau (li.) und PD Dr. Arne Berner

© A. Berner

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  • Arne Berner
    • 1
  1. 1.BerlinDeutschland

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