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MTZ - Motortechnische Zeitschrift

, Volume 75, Issue 7, pp 3–3 | Cite as

Gleiche Zielsetzung

  • Alexander Heintzel
Editorial
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Liebe Leserin, lieber Leser,

auch in diesem Jahr findet Ende Juni in München die internationale ATZlive-Konferenz chassis.tech plus statt, auf der sich etwa 400 Ingenieure über den aktuellen Stand der Entwicklung rund um Fahrwerk, Lenkung, Bremsen und Räder/Reifen informieren und die zukünftigen Möglichkeiten intensiv diskutieren.

Was hat dies mit Motorenentwicklung zu tun? Nun, es geht hier wie da um Steigerung der Effizienz und weniger CO2 bei möglichst überschaubaren Kosten. Die große Schnittmenge der Disziplinen liegt in den Bereichen OBD und elektronische Steuerung beziehungsweise moderne Fahrerassistenzsysteme. Antriebsentwickler sehen die Herausforderung in den Themen prädiktives Thermomanagement, vorausschauende Motorsteuerung bei Hybridfahrzeugen oder prädiktive Schalt- und Tempomatsteuerung, um die Effizienz moderner Motoren zukünftig deutlich zu erhöhen. Chassis-Ingenieure beschäftigen sich mit den gleichen Themen, nur unter anderen Voraussetzungen. Es geht hier beispielsweise um Eingriffe in das Fahrwerk durch vorausschauendes ACC oder durch prädiktives Management hybridisierter Fahrzeuge.

Die Zielrichtung ist auf beiden Seiten dieselbe: mehr Effizienz des Fahrzeugs im Verkehrsfluss und Verringerung des ökologischen Fußabdrucks. Die dadurch bedingte Konzentration auf Wirkfelder und -potenziale sowie das Zusammenwirken verschiedener Steuerungs- und Assistenzsysteme schärft in allen Disziplinen den Blick auf die zukünftigen Anforderungen an Sensorik und Architektur, Datenmanagement und Kopplung von Regelungssystemen verschiedener Verkehrsteilnehmer. Dabei gilt bei Pkw und Nfz gleichermaßen: Hochassistiertes Fahren ist ein mehrdimensionales Thema, das nur im systemischen Ansatz gelöst werden kann. Zum einen müssen hochautomatisierte Systeme im Zusammenspiel von Antrieb und Gesamtfahrzeug entwickelt und abgesichert werden. Zum anderen treten rechtliche, gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, wie etwa Haftungsfragen beim automatisierten Fahren, Rückholszenarien für den Fahrer oder Akzeptanz im täglichen Betrieb stärker in den Vordergrund. Strategisch zunehmend bedeutender wird auch die Frage: Welche Funktionen entwickelt der OEM künftig noch selbst?

Der Blick über den Tellerrand ist heute wichtiger denn je. Und genau das macht Fahrzeugentwicklung so spannend.

Herzlichst, Ihr

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

Authors and Affiliations

  • Alexander Heintzel
    • 1
  1. 1.WiesbadenDeutschland

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