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DNP - Der Neurologe & Psychiater

, Volume 20, Issue 1, pp 6–6 | Cite as

Parkinson-Therapie

Antidiabetikum gegen motorische Symptome

Panorama
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_ Im vergangenen Jahr hat eine Studie ergeben, dass der GLP-1-Rezeptoragonist Exenatid motorische Symptome bei Parkinson-Patienten signifikant verbessert [Athauda et al. Lancet 2017;390(10103):1664–75]. Eine Subgruppenanalyse deutet nun darauf hin, dass Patienten mit tremordominantem Phänotyp am besten auf die Therapie mit Exenatid ansprechen [Athauda et al. Eur J Neurosci 2018; online 2. August].

Die Studienteilnehmer im Alter von 25 bis 75 Jahren mit moderater Parkinson-Erkrankung hatten nach randomisierter Zuteilung einmal wöchentlich 2 mg Exenatid oder Placebo erhalten. Die Subgruppenanalyse sollte nun klären, ob es Patientenmerkmale gibt, die ein Ansprechen auf die Therapie mit Exenatid vorhersagen, und ob die Therapieeffekte in verschiedenen Patientensubgruppen vergleichbar sind. Klassifiziert wurde nach Alter, motorischem Phänotyp, Erkrankungsdauer und -schwere.

Insbesondere motorische Symptome besserten sich signifikant. Am stärksten sprachen Patienten mit tremordominantem Parkinson-Phänotyp und niedrigeren Scores des motorischen Teils der Movement Disorders Society Unified Parkinson`s Disease Rating Scale (MDR-UPDRS) an. Diese umfasst motorische Fähigkeiten wie Sprechen, Speichelfluss, Kauen/Schlucken, Ankleiden, Körperpflege, Handschrift, Drehen im Bett, Aufstehen aus dem Sitzen, Gehen/Gleichgewicht und „Freezing“/Gangblockaden. Die Patienten profitierten auch hinsichtlich der Kognition und der Lebensqualität. Allerdings sprachen ältere Patienten und Patienten mit einer Krankheitsdauer von über zehn Jahren weniger auf die Therapie an als jüngere Patienten mit kürzerer Erkrankungsdauer.

GLP-1-Rezeptoren befinden sich nicht nur im Magen-Darm-Trakt, wo der GLP-1-Rezeptoragonist seine antidiabetische Wirkung entfaltet, sondern auch im Gehirn. Dort scheint es zur Stabilisierung dopaminerger Neuronenverbindungen und somit zur anhaltenden Verbesserung der Parkinson-Symptome zu kommen.

Literatur

  1. Nach Informationen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN)Google Scholar

Copyright information

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Authors and Affiliations

  • red
    • 1
  1. 1.

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