„Graded motor imagery“ beim komplexen regionalen Schmerzsyndrom
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Die Behandlung des komplexen regionalen Schmerzsyndroms Typ 1 ist sehr problematisch: Weder medikamentöse noch nicht-medikamentöse Therapien erreichen einen hohen Evidenzgrad oder eine hohe Effektivität. Auch das graded motor imagery verbesserte den Schmerz nicht signifikant.
Professor Dr. med. Dr. phil. Stefan Evers, Universitätsklinikum Münster
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In der hier vorgelegten Studie wurde das sogenannte graded motor imagery eingesetzt, um Patienten mit komplexem regionalen Schmerzsyndrom (CRPS) zu behandeln. Insgesamt wurden 32 Patienten zusätzlich zur Standardtherapie mit diesem Verfahren behandelt. Unter Hinzunahme dieses Behandlungsverfahrens kam es nicht zu einer signifikanten Schmerzbesserung, die Differenz auf der numerischen Analogskala betrug 0,6. Zusammenfassend erheben die Autoren für sich Anspruch auf eine sogenannte „real world“-Untersuchung des Verfahrens — aber ohne signifikanten Effekt.
Kommentar: Diese Studie zeigt formal keinen Effekt des graded motor imagery in der Behandlung des CRPS. Methodisch ist die Studie gut beschrieben, es fehlt allerdings eine Kontrollbehandlung, so dass keine sichere Aussage über den Stellenwert dieses Therapieverfahrens gemacht werden kann. Die nur minimale Schmerzveränderung unter dem Verfahren legt eine fehlende spezifische Wirksamkeit nahe. Leider ist so auch dieses Verfahren in der Behandlung des CRPS nicht sinnvoll.
Literatur
- Johnson S, Hall J, Barnett S, Draper M, Derbyshire G, Haynes L, Rooney C, Cameron H, Moseley GL, de C Williams AC, McCabe C, Goebel A. Using graded motor imagery for complex regional pain syndrome in clinical practice: failure to improve pain. Eur J Pain 2012; 16: 550–61PubMedCrossRefGoogle Scholar

