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Gastro-News

, Volume 6, Issue 6, pp 65–65 | Cite as

Metastasiertes Magenkarzinom

Neue Chance für die Drittlinie mit Fixkombination

  • Martina-Jasmin Utzt
infopharm
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Mit der Kombination Trifluridin/Tipiracil (FTD/TPI) hat im September 2019 erstmals wieder seit fünf Jahren ein Arzneimittel die EMA-Zulassung für das metastasierte Magenkarzinom (mGC) erhalten. Die orale Wirkstoffkombination wird bereits heute erfolgreich in späten Therapielinien des Kolorektalkarzinoms eingesetzt. Das Nukleosid-Analogon Trifluridin wird in die DNA der Tumorzelle eingebaut und verhindert dadurch deren Replikation. Tipiracil bremst den raschen Abbau des Zytostatikums durch das Enzym Thymidin-Phosphorylase (TP).

Oft erst im metastasierten Stadium diagnostiziert

Wie Prof. Dr. Sylvie Lorenzen, leitende Onkologin am Münchner Klinikum rechts der Isar, berichtete, erhielten in Deutschland jedes Jahr rund 20.000 Menschen die Diagnose „Magenkrebs“, etwa 18.000 Patienten versterben daran. Die schlechte Prognose sei darauf zurückzuführen, dass 40 – 80 % der Betroffenen erst im metastasierten Stadium diagnostiziert werden.

Länger überleben

Die Basis für die Indikationserweiterung von FTD/TPI (Lonsurf®) waren die Ergebnisse der Phase-III-Studie TAGS (n = 507), die das Zytostatikum mit Placebo verglich, jeweils in Kombination mit der Best Supportive Care [Shitara K et al. Lancet Oncol 2018;19:1437–48]. Eingeschlossen waren Patienten mit fortgeschrittenem Magenkarzinom oder einem Adenokarzinom des gastroösophagealen Übergangs (GEJC), die auf mindestens zwei vorangegangene Chemotherapien nicht angesprochen hatten. Ergebnis der Studie: Unter Verum zeigte sich im Placebovergleich ein Überlebensvorteil von zirka neun Wochen, mit einer Reduktion des Sterberisikos um 31 %. Noch überzeugender sei es allerdings, dass nach einem Jahr noch 21 % der Patienten am Leben waren. „Dies ist ein beachtlicher Anteil angesichts der weit fortgeschrittenen Erkrankung und der intensiven Vorbehandlung“, betonte Lorenzen.

Bessere Lebensqualität

Deutlich höher (44 % versus 14 %) als im Placeboarm war auch der Anteil der Patienten, bei denen die Erkrankung und damit auch die Lebensqualität stabil blieb. So konnte die Verumgruppe fast doppelt so lange einen guten Performance-Status (ECOG < 2) aufrechterhalten (4,3 versus 2,3 Monate). Alle vordefinierten Subgruppen hätten ausnahmslos von der Behandlung profitiert, auch Patienten mit GEJC und nach Gastrektomie. Laut Lorenzen traten keine neuen Sicherheitssignale auf. Dennoch müsse man vor allem das NeutropenieRisiko im Auge behalten und gegebenenfalls die Dosis reduzieren.

Literatur

  1. Pressegespräch „Indikationserweiterung von Trifluridin/Tipiracil (Lonsurf®) beim Magenkarzinom“, in München am 12.9.2019 (Servier)Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Martina-Jasmin Utzt
    • 1
  1. 1.

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