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Gastro-News

, Volume 5, Issue 6, pp 62–62 | Cite as

Dekompensierte Lebererkrankungen

Darmselektives Antibiotikum verhindert hepatische Enzephalopathie

  • Dagmar Jäger-Becker
infopharm
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In der Wartezeit auf eine Lebertransplantation profitieren Patienten mit dekompensierter Lebererkrankung von einer Prophylaxe der hepatischen Enzephalopathie mit Rifaximin-α (Xifaxan®). Das nicht resorbierbare topische darmselektive Antibiotikum kann das Risiko für weitere Episoden der hepatischen Enzephalopathie (HE), die Zahl der Krankenhausaufenthalte sowie das Risiko für Sepsis und weitere Komplikationen signifikant vermindern, so Prof. Hartmut Schmidt, Universitätsklinikum Münster.

Gerade die HE ist für schwerkranke Patienten auf der Transplantationsliste ein nicht zu unterschätzendes Problem. Mit jeder weiteren Episode kann es zu kumulativen Effekten und nicht reversiblen Schädigungen des zentralen Nervensystems kommen. Im schlimmsten Fall fallen die Patienten in ein Leberkoma; mitunter ist eine Lebertransplantation dann nicht mehr möglich.

Für die Entstehung der HE werden diverse pathogenetische Faktoren diskutiert, darunter oxidativer Stress, Entzündungsprozesse, die Bildung von Neurosteroiden sowie eine genetische Prädisposition. Hauptursache ist jedoch, dass die geschädigte Leber nicht in der Lage ist, Ammoniak und andere Toxine regulär zu verstoffwechseln. Rifaximin-α reduziert die für die Produktion von Ammoniak und anderen toxischen Substanzen verantwortliche Darmflora. Damit kann das relative Risiko für wiederkehrende Episoden der HE signifikant um 58 % reduziert werden [Bass NM et al. NEJM 2010;362(12):1071–81]. Bei Patienten auf der Transplantationsliste konnte die Behandlung mit Rifaximin-α das Risiko von Sepsen signifikant reduzieren und Hospitalisierungen durch Sepsen pro Jahr um 56 % verringern [Salehi S et al., EASL, The international liver congress 2018, Poster].

Ebenso kann mit Rifaximin-α die Häufigkeit anderer Komplikationen einer Leberzirrhose, wie Ösophagusvarizenblutung, spontan bakterielle Peritonitis oder hepatorenales Syndrom, reduzieren und damit die Mortalität gesenkt werden [Vlachogiannakos J et al. J Gastroenterol Hepatol 2013;28:450–55]. Bestätigt wurde dies in einer retrospektiven Studie [Kang SH et al. Aliment Pharmacol Ther 2017;46:845–55]: Die Therapie mit Rifaximin-α verminderte die Rezidive einer HE und das Risiko für weitere Komplikationen und verbesserte damit das Gesamtüberleben der Patienten signifikant.

Literatur

  1. Pressegespräch „Warten auf die LTX: Komplikationen vermeiden — Leben retten“, anlässlich des Kongresses Viszeralmedizin 2018 am 14.9.2018 in München (Norgine).Google Scholar

Copyright information

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Authors and Affiliations

  • Dagmar Jäger-Becker
    • 1
  1. 1.

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