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Pneumo News

, Volume 11, Issue 6, pp 18–18 | Cite as

Therapiealternative gesucht

Ringen um die beste Option bei mildem Asthma

  • Hans Jürgen HeppnerEmail author
  • Peter Dovjak
journal club
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Hintergrund und Fragestellung: Durch die Gaben von topischen Glukokortikoiden zweimal täglich konnte bisher die Rate an Exazerbationen gesenkt werden, das scheitert aber in der Praxis an den Bedenken von Ärzten und Patienten zur Therapie bei mildem Asthma. Bisherige Studien mit einem topischen Budesonid-Formoterol-Präparat, bei Bedarf genommen, waren einem komplizierten Studiendesign unterworfen, was die Umsetzbarkeit in der Praxis unmöglich machte. Daher wurde das in dieser Studie verwendete praxisnahe Protokoll zur Prüfung der Wirksamkeit dieser Therapie entwickelt.

Patienten und Methoden: Randomisierte, kontrollierte Studie über 52 Wochen in 16 Studienzentren in Neuseeland, Großbritannien, Italien und Australien. Für Patienten zwischen 18 und 75 Jahren mit mildem Asthma wurden drei Gruppen gebildet: Albuterol 100 μg, 2 Hübe bei Bedarf, Budesonid 200 μg einen Hub zweimal täglich plus Albuterol bei Bedarf und Budesonid 200 μg-Fomoterol 6 μg einen Hub täglich bei Bedarf. Die Patienten wurden bezüglich Exazerbationen nachuntersucht.

Ergebnisse: Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer lag bei 35 Jahren, 54,5 % waren Frauen. Die Rate an Exazerbationen konnte in der Gruppe mit Budesonid-Formoterol bei Bedarf und in der Gruppe mit regelmäßiger Gabe von Budesonid im Vergleich zur Albuterol-Gruppe signifikant gesenkt werden: Risiko-Rate 0,49 (95%-Konfidenzintervall 0,33–0,72). Die beiden Budesonid-Gruppen (regelmäßige Gabe oder bei Bedarf) unterschieden sich nicht signifikant voneinander.

Gerade bei mildem Asthma sollte die Therapie einfach und nebenwirkungsarm sein, aber dennoch effektiv.

© pololia / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

Schlussfolgerung: Die Autoren dieser Studien schließen aus den Daten auf eine Überlegenheit der Therapie von mildem Asthma mit Budesonid-Formoterol bei Bedarf gegenüber Albuterol bei Bedarf.

Kommentar von Prof. Dr. Hans J. Heppner und Prim. Dr. Peter Dovjak

Werden SABA in der Therapie bei mildem Asthma abgelöst?

Wie im Editorial von Gary W. K. Wong [1] in der gleichen Ausgabe des New England Journal of Medicine hingewiesen wird, ist Asthma weltweit die häufigste chronische Atemwegserkrankung mit bislang suboptimaler Kontrolle durch die medikamentöse Therapie. Obschon pathophysiologische Befunde mit geringen Spiegeln eosinophiler Leukozyten in der Patientengruppe mit persistierendem Asthma die Gabe von topischen Glukokortikoiden fraglich erscheinen lässt, sind die Ergebnisse der kontrollierten Studie von Beasley et al. angesichts der Risikoreduktion von Asthma-Exazerbationen um etwa 50 % beeindruckend.

Die Gabe von Budesonid-Formoterol empfiehlt sich hier als akzeptable Therapiealternative. Daher wird auch die bisherige Evidenz der Inhalation von SABA (short acting ß-2-agonist) als 1. Stufe der Therapie bei mildem Asthma hinterfragt.

Univ.- Prof. Dr. Hans Jürgen Heppner

Prim. Dr. Peter Dovjak

Literatur

  1. 1.
    Wong G. How Should We Treat Patients with Mild Asthma. N Engl J Med. 2019;380;21:2064–6CrossRefGoogle Scholar

Originalie

  1. Beasley R, Holliday M, Reddel HK et al. Controlled Trial of Budesonide-Formoterol as Needed for Mild Asthma. N Engl J Med. 2019;380(21): 2020–30CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Lehrstuhl für GeriatrieUniversität Witten/HerdeckeSchwelmDeutschland
  2. 2.Salzkammergutklinikum GmundenGmundenDeutschland

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