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Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 5, pp 24–24 | Cite as

Allogene HSZT: Fokus auf die Kinder

  • Christian Behrend
Hämatologie Literatur kompakt
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In den letzten Jahren sind die Überlebensraten nach allogener Stammzelltransplantation (HSZT) deutlich gestiegen. Nur: Die Studien wurden ausschließlich mit Erwachsenen durchgeführt. Aber gelten die Fortschritte auch für Minderjährige?

Hämatopoetische Stammzellspenden können lebensrettend sein, aber sie sind auch mit erheblicher Morbidität und Mortalität verbunden. Dennoch sind die Mortalitätsraten in den vergangenen Jahren erheblich gesunken. So waren sie für die Jahre 2003–2007 im Vergleich zu 1993–1997 um 40–50 % niedriger. Doch Studien, die solche Fortschritte belegen, wurden meist unter Ausschluss von Kindern durchgeführt. Kinder könnten von Toxizitäten stärker betroffen sein als Erwachsene. Eine aktuelle Studie hat sich deshalb auf die Überlebenschancen von Kindern nach allogener HSZT fokussiert.

In der Kohortenstudie wurden drei Perioden evaluiert, in der die Transplantation erfolgte: entweder zwischen 2000/2004, 2005/2009 oder 2010/2014. Im Rahmen der Studie wurden zwei Gruppen von Kindern untersucht, die alle jünger als 1 Jahr waren. Die eine Kohorte litt unter einer malignen Erkrankung wie zum Beispiel Leukämie, die andere unter einer nichtmalignen Erkrankung wie etwa einem Immundefekt. Ermittelt wurden Überlebenstrends, Krankheitsrezidive und Nebenwirkungen.

Insgesamt nahmen 2.498 Kinder mit einem medianen Alter von 7 Monaten an der Studie teil. In der Kohorte mit den malignen Erkrankungen (n = 472) verbesserten sich die 1-Jahres-Überlebensraten von der 1. – 2. Periode von 63 auf 69 % (Hazard Ratio 0,77; p = 0,007), aber danach nicht weiter. Die 3-Jahres-Überlebensraten verbesserten sich nicht kontinuierlich über die drei Zeiträume, sie lagen bei 55 %, 65 % bzw. 59 %. In der Kohorte mit den nichtmalignen Erkrankungen (n = 2.026) stiegen die 3-Jahres-Überlebensraten dagegen von 65 % auf 74,0 % an. Noch dazu nahm die Zahl der Kinder mit malignen Erkrankungen, die binnen drei Jahren ein Rezidiv erlitten, über die drei Zeiträume von 19 % auf 36 % zu (p = 0,01).

An Toxizitäten war das sinusoidale Obstruktionssyndrom häufig; es trat mit einer kumulativen Inzidenz von 13 % bei Kindern mit nichtmaligner Erkrankung auf und bei 32 % mit einer maligenen Erkrankung. Insgesamt hatten Empfänger einer gematchten Knochenmarkspende eines Geschwisters die besten Ergebnisse.

Fazit: Die Überlebensraten bei kleinen Kindern mit malignen Erkrankungen haben sich zwischen 2000–2014 nicht verbessert. Die wachsenden Rezidivraten und die hohe Toxizität bleiben erhebliche Herausforderungen.

Literatur

  1. Parikh SH et al. Survival Trends in Infants Undergoing Allogeneic Hematopoietic Cell Transplant. JAMA Pediatr. 2019;173(5):e190081CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Christian Behrend
    • 1
  1. 1.

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