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Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 2, pp 34–34 | Cite as

VITAL-Studie: Krebsinzidenz unbeeinflusst von Vitamin-D-Supplementation

  • Christian Behrend
Allgemeine Onkologie Literatur kompakt
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Manche Studien machen Hoffnung, dass die Einnahme von Tabletten mit Vitamin D das Risiko für Krebs oder Herzkreislauferkrankungen senken könnte. Mit diesem Effekt befasst sich die VITAL Research Group in einer weiteren Auswertung ihrer großen Interventionsstudie.

Wer in einer sonnigen Gegend wohnt und deshalb automatisch seine Vitamin-D-Produktion ankurbelt, hat ein geringeres Risiko, an Krebs oder Herzkreislauferkrankungen zu sterben. Warum sollte die Einnahme von Vitamin D also nicht denselben Effekt haben? Die VITAL Research Group hat in ihrer Studie zur Präventionskraft der Omega-3-Fettsäuren mit 25.871 Teilnehmern (siehe oben) deshalb im 2x2-Design auch den Effekt einer Vitamin-D3-Supplementation untersucht.

Die Probanden, die zuvor noch keine Herzprobleme und keinen Krebs hatten, erhielten täglich 2.000 Internationale Einheiten Vitamin D3 sowie 1 g Omega-3-Fettsäuren oder Placebos, es erfolgte ein medianes Follow-up von 5,3 Jahren. Primäre Endpunkte waren größere kardiovaskuläre Ereignisse, in deren Folge mehrere Komponenten aus Herzinfarkt, Schlaganfall und Tod eintraten, sowie invasive Krebserkrankungen gleich welchen Typs. Die Ergebnisse zu Vitamin D3 und Omega-3-Fettsäuren wurden nun Rücken an Rücken publiziert. Von den 1.617 Probanden mit einer Krebsdiagnose befanden sich 793 in der Vitamin-D-Gruppe und 824 in der Placebogruppe (Hazard Ratio [HR] 0,96; p = 0,47). Ein größeres kardiovaskuläres Ereignis trat bei 805 Patienten auf (396 in Vitamin-D- und 409 in Placebogruppe; HR 0,97; p = 0,69).

Ein erhöhtes Risiko für Hyperkalzämie oder andere schwere Nebenwirkungen wurde nicht beobachtet.

Fazit: Die Supplementation mit Vitamin D konnte ebenso wenig wie die Gabe von Omega-3-Fettsäuren das Krebsrisiko oder das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse statistisch signifikant senken. Trotzdem kann die Einnahme von Vitamin D für Infarkt-, Schlaganfall- und Krebspatienten sinnvoll sein.

Literatur

  1. Manson JE et al. Vitamin D Supplements and Prevention of Cancer and Cardiovascular Disease. N Eng J Med. 2019;380(1):33-44CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Christian Behrend
    • 1
  1. 1.

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