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Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 2, pp 32–32 | Cite as

Todesfälle durch Checkpointhemmer selten

  • Peter Leiner
Allgemeine Onkologie Literatur kompakt
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Auch die neuartigen Immuntherapien mit PD-1/PD-L1- bzw. CTLA-4-Hemmern sind mit tödlichen Nebenwirkungen assoziiert. Die Sterberate durch Komplikationen während einer solchen Immuntherapie wird — je nach Therapiestrategie — zwischen 0,3 und 1,3 % vermutet.

Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren über schwerwiegende Nebenwirkungen und Todesfälle im Zusammenhang mit Checkpointhemmertherapien berichtet. Daniel Y. Wang und Kollegen haben deshalb Publikationen nach entsprechenden Dokumentationen durchforstet. Basis ihrer retrospektiven Untersuchung ist u. a. die WHO-Datenbank VigiLyze sowie Befunde von 7 akademischen Zentren. Berücksichtigt wurden Ipilimumab, Tremelimumab, Nivolumab, Pembrolizumab, Atezolizumab, Avelumab und Durvalumab, verabreicht zur Mono- oder Kombinationstherapie. Bei mehr als 31.000 Patienten kam es zu Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Immuntherapie, wovon insgesamt 613 tödlich endeten: 192 in der Gruppe mit Ipilimumab-Monotherapie, 333 unter PD-1-/PD-L1-Antikörpern und 87 unter einer Kombinationstherapie mit PD-1- oder PD-L1-Checkpointhemmer plus CTLA-4-Antikörper.

Patienten mit alleiniger Ipilimumab-Therapie entwickelten vor allem Kolitis und Diarrhö (70 %). Hepatitis (16 %) oder Pneumonitis (8 %) waren deutlich seltener. In der Gruppe mit PD-1-/PD-L1-Checkpointhemmern dominierten Pneumonitis (35 %) und Kolitis (17 %) sowie Hepatitis (22 %); neurologische Ereignisse (8 %) und Myokarditis (8 %) waren seltener. In der Gruppe mit Kombinationstherapien (n = 87) traten Kolitis (38 %), Myokarditis (25 %), Hepatitis (22 %), Pneumonitis (14 %) und Myositis (13 %) auf. Mehr als 65 % der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Immuntherapie ereigneten sich zwischen Anfang 2017 und Januar 2018. Die meisten davon traten zu Beginn der Therapie auf, im Median innerhalb von 32 Tagen nach Beginn der Symptomatik.

Die berechnete Sterberate im Zusammenhang mit Nebenwirkungen einer Immuntherapie lag bei 0,3–1,3 %. Das sei selten, betonen die Forscher und verweisen darauf, dass die Rate im Rahmen dessen liegt, was etwa von einer Platinzweifachtherapie (0,9 %), einer allogenen Stammzelltransplantation (15 %) oder von komplexen onkologischen Operationen (1–10 %) bekannt ist.

Fazit: Die Sterberate durch Komplikationen während einer Behandlung mit Checkpointhemmern liegt bei 0,3–1,3 %. Meist treten sie frühzeitig während der Behandlung auf. Ein Teil der Ergebnisse hat möglicherweise eine begrenzte Aussagekraft, weil die Grundlage Daten ausschließlich von Zentren mit großer Erfahrung sind.

Literatur

  1. Wang DY et al. Fatal Toxic Effects Associated With Immune Checkpoint Inhibitors — A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Oncol. 2018;4(12):1721-8CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Peter Leiner
    • 1
  1. 1.

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