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Im Fokus Onkologie

, Volume 22, Issue 2, pp 44–44 | Cite as

Verminderte körperliche Aktivität ist bei Krebspatienten oft mit Schmerzen und Fatigue assoziiert

  • Brigitte Schalhorn
Supportivtherapie Literatur kompakt
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Die große Mehrheit der Krebspatienten bewegt sich nach der Tumordiagnose weniger als zuvor, obwohl zahlreiche Empfehlungen und Leitlinien eine verstärkte körperliche Aktivität für diese Patienten propagieren. Gleichzeitig bestehen oft Schmerzen und Fatigue.

Tumorpatienten, die an Fatigue und Schmerzen leiden, bewegen sich häufig weniger als vor der Krebsdiagnose. Das ergab eine Studie des Tumorzentrums der Universität Pennsylvania, PA/USA, mit 629 ambulanten Patienten. Angesprochen und interviewt wurden sie von ausgebildeten Forschungsassistenten in den Wartebereichen. Es handelte sich somit um gemischte ambulante Studienpopulation, ähnlich wie in der täglichen Praxis. Um die Assoziationen zwischen den Symptomen, den demografischen Variablen und den klinischen Charakteristika einerseits und der verminderten körperlichen Aktivität andererseits zu untersuchen, wurden multivariate logistische Regressionsmodelle eingesetzt.

Sport hilft! Auch, um Fatigue von Krebspatienten zu begegnen.

© alvarez/Getty Images/iStock (Symbolbild mit Fotomodellen)

499 der 629 Patienten (79 %) berichteten von einer Abnahme ihrer körperlichen Aktivität seit der Krebsdiagnose. Nur 14 % konnten ihre körperlichen Tätigkeiten in gleichem Maße weiterführen. Immerhin 78 % der Teilnehmer hatten in den 7 Tagen vor dem Interview an einer mäßigen bis sehr schweren Fatigue gelitten und 68 % unter Schmerzen mit einem Schmerzlevel von 4 oder mehr (Skala 0–10). Auch wenn man die Ergebnisse entsprechend verschiedener möglicher Einflussfaktoren adjustierte, hatten Patienten mit Fatigue und Schmerzen immer noch eine höhere Wahrscheinlichkeit einer reduzierten körperlichen Aktivität als ohne (Adjusted Odds Ratio [AOR] 4,01 bzw. 1,89). Eine laufende Chemotherapie oder andere aktive Krebsbehandlungen waren ebenfalls signifikant mit verminderter Bewegung assoziiert.

Die Patienten zeigten ein breites Spektrum von Diagnosen, zum Beispiel Brustkrebs, gastrointestinale Malignome oder Lungentumoren. Bestrahlungen oder chirurgische Eingriffe waren häufig vorausgegangen. Bei 46,3 % der Patienten war die Krankheit bereits metastasiert.

Die genaueren Zusammenhänge zwischen Schmerz, Fatigue und körperlicher Aktivität sind bis heute noch nicht bekannt. Es gibt aber Hinweise darauf, dass der Tumor und die dann folgende notwendige Therapie Entzündungsvorgänge triggern, die u. a. zur Ausschüttung entsprechender Neurotransmitter im zentralen Nervensystem führen und so das Verhalten und Befinden der Patienten steuern. In einer aktuellen Metaanalyse stellte sich heraus, dass gezieltes Training, psychologische Interventionen und deren Kombination die durch Tumoren verursachte Fatigue effektiver bekämpfen konnten als medikamentöse Ansätze.

Fazit: Mit einer verminderten körperlichen Aktivität sind bei Tumorpatienten oft Fatigue und Schmerz assoziiert. Interventionen, die diese Symptome eindämmen, könnten dazu beitragen, die körperliche Aktivität aufrechtzuerhalten.

Therapie der Tumor-Fatigue

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https://www.springermedizin.de/link/9312372

Literatur

  1. Romero SAD et al. The association between fatigue and pain symptoms and decreased physical activity after cancer. Support Care Cancer. 2018;26(10):3423-30CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

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Authors and Affiliations

  • Brigitte Schalhorn
    • 1
  1. 1.

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